Wiener soll seine drei Kinder in Kroatien getötet haben: Todesursache noch nicht geklärt

Ein Wiener mit festem Wohnsitz in Kroatien soll in der Nacht auf Samstag seine drei Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren getötet und danach versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. Eine Autopsie ergab noch keine endgültige Antwort. Der Verdächtige wurde noch nicht einvernommen.

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Polizisten stehen vor dem Apartment-Komplex, in dem ein Wiener seine drei Kinder getötet haben soll.
© DENIS LOVROVIC / AFP

Zagreb – Ein 56-jähriger österreichischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Kroatien soll in der Nacht auf Samstag in Zagreb seine drei Kinder getötet haben. Er soll anschließend versucht haben, sich das Leben zu nehmen, war am Nachmittag aber im stabilen Zustand. Der Wiener wird verdächtigt, seine eigenen Kinder erstickt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen dreifachen schweren Mordes, wofür dem Vater eine Höchststrafe von 50 Jahren droht.

Die Obduktion der drei Kinder hat laut kroatischen Medienberichten noch keine endgültige Antwort zu der Todesursache gegeben. Es werden noch toxikologische Analysen durchgeführt, berichtete das Nachrichtenportal Index am Sonntag. An den Leichen wurden Verletzungen gefunden, die auf Erstickung hinweisen. Die Ermittler vermuten nun aber, dass der Vater die Kinder vergiftet und erstickt haben dürfte, berichtete Index.

Verdächtiger bisher noch nicht einvernommen

Der Österreicher wurde bisher noch nicht einvernommen. Nach Informationen des öffentlich-rechtlichen HRT könnte er bereits am Montag aus dem Krankenhaus entlassen werden. Nachdem er durch die Polizei vernommen wird, wird er dem Untersuchungsrichter vorgeführt, hieß es.

Der Mann sei stabil und auch bei Bewusstsein, sagte der Leiter des Zagreber Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern, Davor Vagic, am Samstagnachmittag bei einer Pressekonferenz. Zu dem Zeitpunkt, als der Verdächtige mit dem Krankenwagen in Begleitung der Polizei eingeliefert wurde, befand sich der Österreicher laut Vagic in einem Zustand „eingeschränkten Bewusstseins". Wegen des Verdachts, dass der Mann unter Einfluss von Psychopharmaka stand, wurden laut dem Chefarzt derzeit alle dahin gehenden Untersuchungen durchgeführt, ehe man dazu definitiv eine Aussage machen könne, fügte Vagic hinzu. Im Krankenhaus wird der Mann von der Polizei bewacht.

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Abschiedsbrief auf Facebook

Der Österreicher soll in der Nacht seinen vierjährigen Sohn und siebenjährige Zwillinge (ein Mädchen und einen Buben) in seiner Wohnung ermordet und anschließend versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Vermutet wurde, dass er entweder Tabletten oder ein Gift eingenommen haben könnte. Die Polizei wurde von einem Freund alarmiert, der einen Abschiedsbrief des Wieners auf Facebook gesehen hatte. Als die Beamten schließlich gegen 2 Uhr in der Wohnung eintrafen, fanden sie die leblosen Kinder und den Vater.

Der Mann war von der Mutter der Kinder geschieden, die Geschwister hatten bei ihm das Wochenende verbracht. Die Mutter, die zum Zeitpunkt der Tat nicht in Zagreb war, soll Samstagmorgen im Krankenhaus in Dubrovnik die Nothilfe aufgesucht haben. Laut Polizeiangaben habe es eine zurückliegende Intervention wegen Gewalt in der Familie gegeben. Das zuständige Kinderamt hatte mit der Familie lediglich im Jahr 2018 während der Scheidung zu tun. Damals seien die Eltern gemeinsam zu einer Beratung erschienen, wo sie eine Vereinbarung über gemeinsames Sorgerecht abgegeben hatten. Danach waren den Behörden keine Vorfälle mehr bekannt geworden, sagte die Staatssekretärin im Familienministerium, Margareta Madjeric, laut Medienberichten.

2020 ein Unternehmen gegründet

Kroatische Medien haben auf ihren Internetseiten unter anderem den Abschiedsbrief des 56-Jährigen veröffentlicht. Auf Englisch erwähnte er dort auch finanzielle Probleme sowie eine kürzlich beendete Beziehung.

Der Mann, der in Zagreb lebt und arbeitet, betrieb in Kroatien ein Unternehmen, das laut der Tageszeitung Jutarnji List im Juli 2020 gegründet worden war. Er schien auch in weiteren, aber nicht mehr aktiven kroatische Unternehmen auf, und war demnach seit 2007 in dem Land beruflich tätig, betrieb aber auch eine Firma in Wien.

Eine Sprecherin des Außenministeriums bestätigte der APA am Nachmittag „den Tod dreier minderjähriger österreichischer Staatsbürger in Zagreb". Die Botschaft versucht, mit den Angehörigen Kontakt aufzunehmen. (APA)

☎️💻 Hier finden Sie Hilfe

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Suizidgedanken betroffen sind, finden Sie hier Hilfe:

☎️ Die Telefonseelsorge ist unter 142 kostenfrei rund um die Uhr jeden Tag erreichbar. Die Beratung ist vertraulich. Mail- und Chatberatung: onlineberatung-telefonseelsorge.at

📞 Rat auf Draht: kostenloser Notruf für Kinder und Jugendliche, Tel. 147 (ohne Vorwahl) rund um die Uhr, rataufdraht.at

🖱️ Pro mente: promente-tirol.at

📱 Psychiatrische Ambulanz der Innsbrucker Klinik: Tel. +43 (0)50 504 23648

☎️ Notaufnahme des MZA, Anichstraße 35, Innsbruck: Tel. +43 (0)50 427 057

🖥️ Psychosozialer Dienst in Hall in Tirol: psptirol.org, Tel. +43 (0)52 2354 9 11

📞 Kriseninterventionsdienst des Roten Kreuzes: Notruf 144


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