Kaiserwetter in Graz und unterschiedlicher Andrang zu den Urnen

In manchen Wahllokalen war es mau, bei anderen herrschte dafür reges Treiben.

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Die Grazer sind am Sonntag zum Wählen aufgefordert.
© APA/Scheriau

Graz – Der Andrang zur Grazer Gemeinderatswahl war nach dem halben Wahltag bei strahlend blauem Himmel und milden Temperaturen unterschiedlich stark. In manchen Wahllokalen war es mau, bei anderen herrschte dafür reges Treiben. Gleich morgens um 9 Uhr hat Langzeitbürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) begleitet von Ehefrau Andrea seine Stimme im Restaurant Brandhof unweit des Kaiser Josef-Markts abgegeben. Sein Gefühl nach dem Aufwachen sei „ausgeglichen und ruhig" gewesen.

„Mein Team und ich haben alles gegeben", es sei ein anstrengender Wahlkampf gewesen, sagte er nach der Stimmabgabe gegenüber Medienvertretern. Deshalb wollte er noch am Vormittag bei einem Spaziergang im Wald Kräfte sammeln, ehe es nach dem Mittagessen ins Rathaus geht. Ehefrau Andrea plante als kräftigende Mahlzeit ein „Schweizeressen", wie sie es nannte, und zwar nach einem Rezept von Nagls Mutter: ein Schweinsfischerl in Paprika-Speckmantel.

Großteil der Wähler kam mit FFP2-Maske

Das Wetter lud Sonntagvormittag jedenfalls zu einem Waldspaziergang ein: Gegen 10 Uhr hatte es um die 14 Grad Celsius, keine einzige Wolke trübte den Himmel über der steirischen Landeshauptstadt. Eine Wahlbeisitzerin in der Innenstadt meinte: „Der Buschenschank ruft", und führte damit wohl den mauen Andrang in ihrem Wahllokal auf das gute Wetter zurück. Übrigens kam der überwiegende Teil der Wählerinnen und Wähler mit FFP2-Maske ins Wahllokal, obwohl es nicht vorgeschrieben war. Mitglieder der Ordnungswache achteten darauf, dass ein Mundnasenschutz getragen wurde.

Bei einem Wahllokal in Webling herrschte in der Früh gegen 9.30 Uhr laut einem Wähler „guter Andrang und gefühlt hohes Interesse". In einem Wahlsprengel im östlichen Bezirk St. Peter war laut einer Wählerin schon kurz nach Öffnen des Abstimmungslokals reger Andrang: „Obwohl noch sehr früh, stellten sich die Leute an, alle mit Maske." Wer keinen eigenen Kugelschreiber dabei hatte, erhielt einen desinfizierten. Ein Wahllokal im westlichen Bezirk Eggenberg mit einer Wähleranzahl von über 700 war gegen 9 Uhr schon von über 100 Wählern aufgesucht worden. Ein freundlicher Wahlhelfer wies den Weg zu den Sprengelkommissionen und achtete auf die Einhaltung von Maskenpflicht und Händedesinfektion. Im südwestlichen Bezirk Straßgang war gegen 9.15 Uhr im Wahllokal in einem Gasthof wenig los, lediglich fünf Wahlberechtigte kamen binnen einiger Minuten. Ein Wähler ohne Maske wurde auf das verpflichtende Tragen aufmerksam gemacht, reagierte aber unwirsch, wie ein anderer Bürger berichtete.

In einem Wahllokal im Bezirk Geidorf ging es am Vormittag eher beschaulich zu – viele der eintreffenden Wählerinnen waren Ordensschwestern aus dem nahegelegenen Kloster der Kreuzschwestern. Laut einer Wahlhelferin verzeichnete man in der Früh einen kurzen Ansturm von Bewohnern aus den nahen Wohnblocks. Am vorgezogenen Wahltag am Freitag vergangener Woche sei es insgesamt lebhafter zugegangen.

Reger Betrieb war am Sonntagvormittag kurz nach 10 Uhr in einem Wahllokal im Grazer Osten zu beobachten. Trotz der Möglichkeit zur Vor- und Briefwahl herrschte reges Kommen und Gehen. Vor allem ältere Ehepaare waren unterwegs – so manche haben die Wahl mit dem anschließenden Kirchgang verbunden. Etliche gaben aber auch an, an die Wahl an diesem sonnigen Herbsttag noch einen Spaziergang bzw. sportliche Betätigung anzuhängen.

„Als Halb-Grazer liegt mir Graz am Herzen."
Vizekanzler Werner Kofler

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hat am Sonntagvormittag übrigens auch ein Grazer Wahllokal aufgesucht, allerdings nicht um seine Stimme abzugeben, denn er ist nicht mit Hauptwohnsitz in Graz gemeldet – sehr wohl aber seine Lebensgefährtin Sabine Jungwirth, und die hat er zur Stimmabgabe begleitet. „Als Halb-Grazer liegt mir Graz am Herzen", sagte er gegenüber Medienvertretern. Er sei zuversichtlich, dass die Grünen-Spitzenkandidatin Judith Schwentner von den Wählern eine Chance bekomme. Wichtig sei aber, dass möglichst viele Bürger vom Wahlrecht Gebrauch machen. (APA)


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