„Bio Wärme Tirol": Auf dem Weg in Richtung Wärmewende

Die Initiative „Bio Wärme Tirol“ liefert Anregungen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung.

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Die Vorteile von Holz seien kurze Versorgungsradien, hohe Effizienz, saubere Umwelt, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Tirol.
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Von Anna Haselwanter

Innsbruck – 40 Betreiber von 80 Anlagen, sieben Anregungen und ein Ziel: einen Beitrag zur angestrebten Klimaneutralität leisten. In Innsbruck hat sich gestern die Initiative „Bio Wärme Tirol“ vorgestellt. Der Verbund aus Heizwerken will Menschen auf dem Weg in eine grünere Zukunft mitnehmen und an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Denn „viele Regionen werden bereits mit erneuerbarer Nahwärme versorgt“. Darauf könne man aufbauen.

Aber zum Anfang – den machte nämlich ein Ausflug der Musikkapelle Terfens in den späten 1980ern. Die Musiker hatten sich damals ein Heizwerk angeschaut und waren derartig begeistert, dass sie die Idee mit nach Hause nahmen und in die Tat umsetzten. Im Jahr 1992 wurde der erste Ofen in Terfens in Betrieb genommen, später der „Tiroler Heizwerkverband“ gegründet. Nun folgte die Neuaufstellung zur „Bio Wärme Tirol“. Denn „Biomasseheizwerke und Abwärmenetzbetreiber sind wichtige Partner der Energiezukunft“, erklärte Andreas Moser, Koordinator der Initiative. Das wolle man in die Öffentlichkeit tragen.

Damit die Wärmewende in Tirol gelingt, „müssen bis 2035 rund 60.000 Ölheizungen in Tirol durch erneuerbare Systeme ersetzt werden“, sagt Moser. Im Bereich des Erdgases soll die Klimaneutralität bis 2040 erreicht werden. Dabei könne man auf die Expertise der Heizwerkbetreiber setzen. Etwa die von Hans Pirchmoser, Obmann des Hackschnitzelwerks in Söll, der anregt, bestehende Systeme zu nützen, „denn die Netze sind schon unter der Erde vergraben und finanziert“. Die Priorisierung der erneuerbaren Nahwärme in bestehenden Netzbereichen ist eine von sieben Anregungen, die die Initiative Vertretern aus Politik und Kammern präsentiert hat. Weitere Themen sind etwa Abwärmenutzung und Fördermanagement.

Eine offizielle Stelle, die Gemeinden auf ihrem Weg raus aus Öl und Erdgas berät, gebe es in Tirol im Gegensatz zu Salzburg nicht. Diese könne man auch nicht vollständig ersetzen, aber „viele kleine vor Ort können gemeinsam Großes bewirken“.

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