Innsbruck

„Western Magic" in der Galerie Rhomberg: Mit der Kamera gemalte Bilder

Aus Clemens Aschers Serie „Western Magic" (Ausschnitt).
© Clemens Ascher

Clemens Aschers „Western Magic“ in der Innsbrucker Galerie Rhomberg.

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Clemens Ascher ist einer, der mit Hilfe der Fotografie seine Bilder „malt“. Indem er aus unzähligen, durchaus realen Details sich eine hintergründig aufgeladene Parallelwelt puzzelt, die unverkennbar surreale Züge trägt. Wenn er etwa in seiner Serie „Western Magic“ noble Anzugträger kopfüber in weiße Böden steckt, wobei man als Betrachter nur erahnen kann, wie der daneben in einem roten Kreis stehende, schwarz Befrackte die Situation seines Kollegen kommentiert.

Der aus Götzens stammende, in Wien lebende 38-jährige Ascher hat sich vom klassischen Fotografen zum Fotokünstler gewandelt. Nicht zuletzt, um mit viel Fantasie die Frage zu hinterfragen, wie die mit den Mitteln der Fotografie vorgegaukelte Wirklichkeit wirklich ist. Wozu Ascher formal ausgeklügelte Bilder inszeniert, die nur auf einen ersten Blick mit spielerischem Witz daherkommen. Zelebriert in theatralisch kulissigen, bisweilen der Kunstgeschichte abgeschauten Settings, erfunden für Akteure, die exakt eingelernte Rollen zu spielen scheinen.

Um auf diese schräge Art und Weise die Themen unserer Zeit zu verhandeln. Etwa die Rolle, die weiße alte Männer in unserer Welt spielen. Ascher ist ein oft von Ironie getriebener Fragesteller, ganz bewusst aber kein Antwortgeber. Wodurch er den Betrachter seiner Bilder herausfordert, sich selbst einen Reim darauf zu machen, was es bedeutend könnte, wenn sich etwa schwarze Männer winzige Fotografien weißer Buben bzw. anderer schwarzer Männer vor die Brust halten.

Galerie Rhomberg

Templstraße 2-4, Innsbruck

Bis 30. Oktober

DI-FR 12-17 Uhr

In seinem Bild „20 Class a Cigarettes“ spielt Clemens Ascher dagegen eindeutig mit der klassischen Werbeästhetik. Was es mit dem Porträt einer frommen Beterin mit kokettem Blick weit nach oben auf sich hat, bleibt allerdings offen. Höchste Aktualität ortet man andererseits in dem auf das Riesenformat von 180 mal 300 Zentimeter aufgeblasenen C-Print von drei Soldaten, die nur auf einen ersten Blick martialisch daherkommen, in Wirklichkeit allerdings nichts anderes als aufgeplusterte Pappkameraden sind.