Nissan Qashqai: Zurück auf allen vieren

Antriebs-Update für den Nissan Qashqai – die neue Generation des japanischen Crossover-Bestsellers hat Allrad im Programm.

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Äußerlich ist der Qashqai 4x4 nicht von den Modellen mit Vorderradantrieb zu unterscheiden, ist aber mit mehr Traktions- und Sicherheitsreserven unterwegs.
© Nissan

Von Stefan Pabeschitz

Frankfurt – Der Crossover-Pionier Qashqai geriet ab seinem Marktstart 2007 zum Bestseller, in Österreich anteilsmäßig sogar noch ein wenig mehr als im Rest der Welt – gut 47.000 Stück wurden hierzulande verkauft. Der Allrad-Anteil lag bisher bei bis zu 25 Prozent, weswegen die 4x4-Variante jetzt auch für die noch junge, dritte Generation nachgereicht wird.

Äußerlich unterscheidet der Allradler sich nicht von den Modellen mit nur einer angetriebenen Achse – es bleibt beim unprotzigen Auftritt ohne zusätzliche SUV-Attribute. Die unaufdringliche Bulligkeit mit dem jetzt kühleren, technischeren Look, der hohen Schulterlinie und steil abfallendem Heck führen grundsätzliche Designelemente der Vorgänger-Generationen weiter. Die erfolgreiche Formel, SUV-Aura mit den Fahreigenschaften der Pkw-Kompaktklasse zu paaren, wurde mit dem V-förmigen Kühlergrill und den Scheinwerfern im Bumerang-Layout zeitgemäß angepasst. Als Basis für das alles dient die CMF-C-Plattform der Nissan-Renault-Mitsubishi-Allianz, statt der Verbundlenker-Hinterachse trägt sie in der Allrad-Version nun eine Multilenker-Variante.

In das aufgeräumte Cockpit ist ein Fahrmodi-Regler eingezogen, über den zusätzlich zu Normal, Eco und Sport auch die Allrad-Programme Snow und Off-Road anzuwählen sind. Eine schlaue Ergänzung dazu ist die Anzeige des Schalters im TFT-Display des Instrumenten-Clusters – sie minimiert die Ablenkung, weil der unwillkürliche Blick auf den Regler selbst beim Bedienen dadurch entfällt. Die Programme greifen sowohl in Gasannahme und Kraftübertragung durch das Getriebe als auch Lenkunterstützung und Grad des Hinterachs-Engagements ein. Die Grundausrichtung der Kraftflüsse liegt an der Vorderachse, bis zu 50 Prozent werden im Bedarfsfall an die hintere weitergeleitet. Eine grafische Darstellung im TFT-Display informiert jeweils über die aktuelle Verteilung. Technisch erledigt wird sie von einer digital gesteuerten, elektrohydraulischen Lamellenkupplung, die deutlich kürzere Reaktionszeiten ermöglicht als die Vorgängervariante. Angeboten wird der 4x4 ausschließlich in Kombination mit dem stärkeren der beiden Mildhybrid-Benzinmotoren zu 158 PS und Automatik ab der mittleren Ausstattungsstufe N-Connecta.

Die etwa 110 Kilo Zusatzgewicht der Allradtechnik steckt der agile 1,3-Liter-Motor leicht weg. Beim Sprint von null auf den ersten Hunderter fallen gegenüber der 2WD-Version 0,7 Sekunden mehr an, die in der Praxis nicht auffallen – auch, weil die beim Beschleunigen stets mitarbeitende Hinterachse zum subjektiven Schubempfinden beiträgt. Auf der Habenseite fallen weiters eine noch solidere Spurtreue und Kurvenstabilität an, dazu hohe Reserven bei Nässe oder anderen widrigen Bedingungen. Erkauft wird das mit einem vertretbaren Mehrverbrauch von einem halben Liter gegenüber der Vorderradantriebs-Variante – im Test waren die somit 7 Liter je hundert Kilometer auch punktgenau zu erreichen.

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Mit einem Tarif an 36.618 Euro reiht sich der 4x4 ziemlich exakt in der goldenen Mitte der Qashqai-Preisliste ein, der Aufpreis gegenüber der 2WD-Version beträgt 2010 Euro. Wer es lieber mit Volt und Watt hat, muss sich noch bis 2022 gedulden – da folgt der Qashqai e-Power, der die Räder ausschließlich elektrisch antreibt, für die Stromerzeugung aber einen Hocheffzienz-Benziner an Bord hat, also nicht an die Steckdose muss. Auch hier soll es eine Allradvariante mit einem zweiten E-Motor an der Hinterachse geben.


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