Poschusta in Landeck: Über das Handwerk zur Kunst gefunden

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Wernfried Poschusta bedient sich einer von beschaulicher Anmut geprägten Malweise. Zu sehen auf Schloss Landeck.
© Hauser

Landeck – Wenn man dem 1950 in Feldkirch geborenen und in Tarrenz lebenden akademischen Künstler Wernfried Poschusta etwas nicht vorwerfen kann, dann ist es der unbedingte Wille, jeder erdenklichen Tradition zu entfliehen und von der Idee einer Originalität besessen zu sein. Denn im Gegensatz zu so manchen Altersgenossen, die vom Wiener Aktionismus tangiert die Flucht in die gegenstandslose Kunst antraten, suchte er sein Heil in einer von beschaulicher Anmut geprägten Malweise, die er unter anderem an der Akademie Cetoja-Cappezine in Florenz studierte und Zeit seines künstlerischen Schaffens pflegt(e).

Poschusta kommt vom Handwerk und leugnet es auch nicht. Seine Fassadengestaltungen, ob in Imst (Friedhof), Mils (Raststätte) oder auch in Südtirol, Spanien und der Schweiz, basieren auf einer durch die Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern erworbenen Meisterschaft. Anlässlich seines 70. Geburtstages sollte er letztes Jahr auf Schloss Landeck seine Werke präsentieren. Corona-bedingt tut er es jetzt unter dem Motto 70+1 und gibt unter dem Titel „Momente“ Einblick in sein Schaffen. Da zeigt er sich als versierter Pleinair-Maler, der in der Betrachtung der Tiroler Landschaft eine differenziert-sensible Wertschätzung für unsere Heimat an den Tag legt. Bei seinen Arbeiten im Atelier, wo er klassisch angelegten Stillleben und der Aktmalerei huldigt, scheut er auch nicht große Vorbilder. Ganz unverblümt präsentiert er etwa seine Variante des so weltberühmten Japonismus eines Georg Hendrik Breitner. Und wenn man in dem einen oder anderen Werk glaubt einen Hauch von Balthus zu erkennen, auch das wäre nicht ganz ausgeschlossen.

Bekannt und geschätzt ist Poschusta auch für seinen Wissen und Können um den traditionellen Krippenbau. Mit unglaublicher Kunstfertigkeit bringt er „abgewirtschaftete“ historische Krippen wieder auf Hochglanz und versteht sich bestens auf das Malen der Krippenhintergründe. Seine Fachbücher dazu sind gefragt und geschätzt. (hau)

Die Ausstellung ist bis 26. Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr zu sehen.

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