Innos möchte Osttiroler Gründerszene wecken

Geschäftsführerin des Standortmarketings Innos macht Osttiroler Gründern Mut.

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Manuela Gritzer, Stefan Wurzer und Isabella Lukasser bilden mit der neuen Geschäftsführerin Karin Ibovnik die Innos in Lienz (v. l.).
© Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz – In den nordischen Ländern lernen schon Kindergartenkinder spielerisch den Mut, den Menschen brauchen, um sich mit einer guten Geschäftsidee und etwas Startkapital als Unternehmer selbstständig zu machen. „In Osttirol schlummert noch viel Potenzial, das es zu wecken gilt“, sagt Karin Ibovnik. „In Klagenfurt ist in den letzten zwanzig Jahren eine sehr lebendige Gründerszene entstanden. So etwas soll sich auch in Osttirol etablieren. Ich hoffe, schon in fünf Jahren ist es so weit.“

Ibovnik ist Wirtschaftswissenschafterin, kommt aus dem Kärntner Rosental und stammt aus einer bäuerlichen Familie. In Klagenfurt und England hat sie studiert und anschließend mehrere Jahre lang EU-Beitrittsländer wie Rumänien beraten. Später war sie unter anderem Geschäftsführerin des Kärntner Gründerzentrums build!, bevor sie sich im Vorjahr als Unternehmensberaterin selbstständig machte.

Im August hat sie die Geschäftsführung des Innos-Standortmarketings in Lienz von dessen Initiator Richard Piock übernommen. „Startups, also Neugründungen von Unternehmen, sind heute aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken und mir ein persönliches Anliegen“, meint Ibovnik. 90 Prozent aller Gründer in ihrem Wirkungsbereich rund um Klagenfurt seien dauerhaft erfolgreich. „Was wir in Europa jedoch dringend noch lernen müssen, ist zu scheitern“, sagt die neue Innos-Geschäftsführerin.

In den USA sei es selbstverständlich, dass man drei- oder viermal mit Ideen „scheitere“ – und nicht allein daran ein Leben lang gemessen werde, sondern aus jeder Krise stärker hervorgehe. Seit einigen Jahren würden in Innsbruck Unternehmer einander beispielsweise in so genannten „Fuckup Nights“ von ihren geschäftlichen Misserfolgen berichten – und vor allem auch ihre daraus gewonnenen Lehren mit den anderen teilen.

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In Lienz habe Richard Piock die Innos in wenigen Jahren mit einem Expertenteam besetzt. Manuela Gritzer kümmert sich um das Projektmanagement, Isabella Lukasser betreut Unternehmer bei Marketing, Kommunikation und Social-Media-Angelegenheiten. Als Fachmann für alle Bereiche der Digitalisierung in Osttirol hat sich Stefan Wurzer inzwischen bei vielen Unternehmen im Bezirk einen Namen gemacht. „Wobei wir uns eng mit den Dienstleistungen der Wirtschaftskammer abstimmen und einander ergänzen“, betont Ibovnik die Zusammenarbeit. Wer eine Idee hat, solle sich ohne Hemmung an eine der beiden Institutionen wenden. „Wir prüfen die Umsetzbarkeit, helfen beim Entwickeln eines passenden Geschäftsmodells und begleiten bei Bedarf auch weiter.“ Es gelte die positive wirtschaftliche Entwicklung in Osttirol für die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu nutzen.


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