Artenvielfalt: Land Tirol prüft Verbot von Laubbläsern

Verfassungsdienst befasst sich mit Aus im Siedlungsgebiet – Steiermark als Vorbild.

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Das Land Tirol prüft ein Verbot von Laubbläsern.
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Innsbruck – Laubbläser: Was so harmlos klingt, sorgt nicht selten für Lärm, zudem für Abgase und schadet der Artenvielfalt. „Und auch der teilweise Ersatz durch strombetriebene Modelle machte die Sache kaum besser: Laubbläser schaden bodennahen Insekten, sie blasen Laub von einer Seite auf die andere und schlussendlich sind sie Energieverschwendung“, betont der grüne Klubchef Gebi Mair.

Die schwarz-grüne Landeskoalition hat deshalb bereits einmal einen Versuch gestartet, Einschränkungen vorzunehmen. Auf Initiative des heutigen Nationalratsabgeordneten Hermann Weratschnig (Grüne) sollte im Landesdienst und bei den landeseigenen Gesellschaften im Luftsanierungsgebiet Inntal auf den Einsatz von Laubbläsern verzichtet werden. „Soweit dies möglich ist, wie es damals hieß. Allerdings regte sich im ÖVP-Bauernbund Widerstand. Die Landwirte befürchteten, dass dadurch in der Heueinbringung Laubbläser ebenfalls in Diskussion geraten könnten. Die Hausverwaltungen der gemeinnützigen Wohnbauträger verstärkten die Bedenken. Doch für Mair hat die Selbstbindung wenig gebracht. „Selbst in der Landesverwaltung sind Laubbläser weiterhin im Einsatz.“

Jetzt unternimmt Schwarz-Grün einen neuerlichen Anlauf. Und der dürfte ebenfalls für Kontroversen sorgen. Die Koalition hat sich darauf verständigt, ein generelles Verbot von Laubbläsern im Siedlungsgebiet zu prüfen. „Die Gründe liegen im Lärmschutz, in der Luftqualität und im Erhalt der Biodiversität auch in innerstädtischen Lagen“, betont Gebi Mair. In der Steiermark sei man schon einen Schritt voraus. „In Graz, Leibnitz und Kaindorf an der Sulm wurde auf Grundlage der Luftreinhalteverordnung des Landeshauptmanns der Betrieb von Laubbläsern und Laubsaugern verboten. Bei uns bietet dafür das Luftsanierungsgebiet einen Ansatzpunkt.“

Der grüne Klubchef freut sich, dass ein Verbot im dicht besiedelten Gebiet nun in Tirol geprüft werde. „Insbesondere aus Innsbruck kommt dafür große Unterstützung, wo sich die Beschwerden von AnrainerInnen häufen. Auch Dienststellen des Bundes wie die Bundesgärten, die den Hofgarten verwalten, setzen immer noch auf die Mopeds des Stadtgebiets“, fügt Mair hinzu. Ein Verbot von Laubbläsern wäre gut für Ohren, Lunge und für die biologische Vielfalt. (pn)

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