Bundeswehr-Plänen im Wattental: „Schießfreie Zeiten nicht antasten“

Verein LEWAL nimmt zu Bundeswehr-Plänen im Wattental Stellung.

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Auch Oberst Klaus Zweiker, Kommandant des Truppenübungsplatzes Lizum/Walchen, stand bei der Generalversammlung des Vereins LEWAL – Lebenswertes Wattental im neuen Wattenberger Veranstaltungszentrum Rede und Antwort.
© LEWAL

Wattenberg – Das Interesse an der Zukunft des Naherholungsgebiets Wattental ist groß: Das zeigte sich dieser Tage bei der stark besuchten Generalversammlung des Vereins „LEWAL – Lebenswertes Wattental“ am Wattenberg. Mit besonderer Spannung wurde dabei das Statement des Vereins zu einem möglichen finanziellen Engagement der deutschen Bundeswehr am Truppenübungsplatz (TÜPl) Lizum/Walchen erwartet – derzeit laufen dazu ja Verhandlungen mit dem österreichischen Bundesheer (die TT berichtete).

Auch der Verein war, wie die Politiker aus der Region, bereits im Vorfeld darüber informiert worden, dass ein Modell einer Vorauszahlung in Höhe von mehreren Millionen Euro verhandelt wird. Das Geld ist zur Instandhaltung und Modernisierung der veralteten Infrastruktur am TÜPl gedacht und soll in Form von „Gratis-Übungstagen“ für Bundeswehrsoldaten abgegolten werden.

Die Botschaft des Vereins LEWAL ist klar: „Wir finden es gut, dass wir eingebunden werden, und sehen auch eine Weiterentwicklung des TÜPl positiv“, schickt Obmann Hannes Erler voraus, „aber nur im Rahmen der geltenden gesetzlichen Regelungen.“ Die mehrseitige Stellungnahme des Vereins ans Militärkommando beinhaltet vor allem folgende Forderungen: dass für die Bundeswehr keine zukünftigen Besitzansprüche (etwa an Gebäuden) oder automatischen Verlängerungen abgeleitet werden dürfen; dass das Neutralitätsgesetz „striktest eingehalten“ wird; und dass die schießfreien Zeiten nicht angetastet werden. Von der Übungsanzahl her dürfe es keine Ausweitung geben, was über Intervention von LH Günther Platter vom Verteidigungsministerium auch bereits mehrfach zugesagt worden sei.

Insgesamt sieht der Verein Truppenübungen von nichtösterreichischen Verbänden als „kritische Entwicklung“. Natürlich müsse eine Zusammenarbeit zum Aufbau von Know-how gegen Bedrohungen wie Cyberkriminalität und Terrorismus in einem größeren Kontext gesehen werden. Was zur Stärkung der eigenen Truppenausbildung wichtig sei, „darf aber nicht zu Lasten der angeführten Forderungen gehen“, schließt der Verein, der am Thema weiter „dranbleiben“ will. (md, TT)


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