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Leitartikel zu „Pandora Papers“: Versteckte Deals im Graubereich

Nach „Offshore-Leaks“ und „Panama Papers“ zeigen jetzt die „Pandora Papers“: Über Steueroasen wird offenbar getrickst wie eh und je – legal wie illegal. Das Engagement, Schlupflöcher zu schließen, könnte ausgeprägter sein.

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Zwei Jahre lang hat ein internationales Konsortium aus 600 Journalisten fast 12 Millionen Dokumente durchforstet.
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Max Strozzi

Von Max Strozzi

Zwei Jahre lang hat ein internationales Konsortium aus 600 Journalisten fast 12 Millionen Dokumente durchforstet, die einmal mehr die Scheinwerfer in das dunkle System aus Briefkastenfirmen, Trusts und Stiftungen in Steueroasen richten. Sie geben erhellende Einblicke etwa in die Geschäfte von Populisten wie Tschechiens Premier Andrej Babis, der über mehrere Briefkastenfirmen weitgehend anonym ein Landschloss in Frankreich gekauft hat. Oder von Großbritanniens Ex-Premier Toni Blair, der Steuerschlupflöcher kritisiert hatte, dessen eigene Familie allerdings selbst gerne dieses intransparente Schattensystem nutzt, um Hunderttausende Pfund an Steuern zu sparen.

Es geht auch um Personen rund um Russlands Machthaber Putin, die sich, aus armen Verhältnissen kommend, plötzlich über eine Briefkastenfirma ein teures Appartment in Monaco kaufen. Oder um ein Projekt in Montenegro, das die österreichischen Steuerzahler möglicherweise Millionen gekostet hat. Und es geht um Kriminelle, die Schattenfinanzplätze für ihre krummen Geschäfte nutzen. Wer weiß, was im Daten-Tsunami noch schlummert? Hunderte Politiker und Promis sollen getrickst haben.


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