Heikler Einsatz bei Brand in Recyclingbetrieb für E-Autos in Kössen

Mehrere Stunden dauerte der Einsatz der Feuerwehren bei einem Brand in einem Recyclingbetrieb für Elektroautos in Kössen am Dienstag. 120 Feuerwehrleute rückten an.

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Feuerwehren aus der Umgebung kämpften in Kössen gegen die Flammen.
© ZOOM.TIROL

Von Thomas Hörmann

Kössen – Eine Autowerkstatt in Kössen war am Dienstag Schauplatz eines heiklen Großeinsatzes. Heikel deshalb, weil in der Firma auch Elektroautos gewartet und recycelt werden. Sieben Feuerwehren mit insgesamt 120 Mann benötigten mehrere Stunden, um die Situation zu entschärfen und die letzten Glutnester zu beseitigten. Die Brandursache war vorerst unklar.

„Wir wurden um 10.08 Uhr alarmiert“, schildert Dominik Schwentner von der Feuerwehr Kössen, der den Einsatz geleitet hat: „Ich hab’ gleich gewusst, dass wir wegen der Elektrofahrzeuge mit Schwierigkeiten rechnen müssen.“ Tatsächlich hatte auch ein Auto mit Elektroantrieb in der Werkstatt auf der Hebebühne Feuer gefangen. „Auch der Akku brannte“, erzählt der Einsatzleiter: „Außerdem befanden sich noch weitere Akkus im Gebäude, die auf einer Palette gelagert waren.“ Für die Einsatzkräfte ein Alarmsignal, „weil Akkus schwer zu löschen sind und die Feuerwehren noch kaum Erfahrung mit derartigen Einsätzen haben“, so Schwentner, der mit der Alarmierung weiterer Feuerwehren auf die schwierige Situation reagierte. Auch aus dem grenznahen Bayern rückten Kollegen an.

📽️ Video | Feuerwehreinsatz bei Großbrand in Kössen

Schließlich gelang es den Feuerwehrmännern, das brennende Elektroauto und die Palette mit den Akkus ins Freie zu bringen. „Wir haben die Akkus in der Folge gekühlt und den Elektrowagen in einen Container gesteckt“, erzählt der Einatzleiter. Denn „wenn die Batterien wieder heiß werden, fangen sie erneut Feuer“.

In der Folge konnten sich die Feuerwehrmänner um den Brand im Gebäude kümmern, der vor allem das Dach betraf. „Wir mussten das Dach mit einem Kran abtragen, um an die Glutnester zu gelangen“, sagt Schwentner. Während des Einsatzes musste auch die B172 bis 13.30 Uhr gesperrt werden.

Kurios: Vor fast genau zwei Jahren – am 4. Oktober 2019 – haben die Feuerwehrmänner von Kössen schon einmal Erfahrungen mit einem brennenden E-Auto gesammelt. Damals ist ein Tesla nach einem Unfall in Flammen aufgegangen und musste in der Folge tagelang in einem Container gekühlt werden.


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