Neue Buchhaltung: Investitionen lassen Jerzens wieder glänzen

Die finanzielle Sorgengemeinde des Bezirkes Imst verbessert sich durch die neue Buchhaltung. Nicht ganz, meint man hingegen in der Gemeindeaufsicht der BH.

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Die gemeinsamen Grabungsarbeiten für Wasser, Kanal, Gas, Strom und LWL verringern auch für die Gemeinde Jerzens die Kosten.
© Raich

Jerzens, Imst – Seit vielen Jahren dümpelt Jerzens wegen seines Verschuldungsgrades ganz hinten im Ranking der Imster Gemeinden. Doch seit bei Gemeindefinanzen von der Kameralistik auf doppelte Buchführung umgestellt wurde, trägt Bürgermeister Karl Raich den Kopf hoch: „Wir haben eine Nettovermögensquote von 86,81 Prozent – der Steuerberater hat uns bestätigt, dass wir sehr gut dastehen.“ Denn endlich würden nun auch die Gegenwerte dargestellt. „Wir haben etwa zwei Hektar Grund um 800.000 Euro für eine künftige Talstation der Dorfbahn erstanden und investieren als Gemeinde heuer und nächstes Jahr 1,08 Millionen Euro in Kanal und Wasser – das wird jetzt alles auch als Vermögen dargestellt“, freut sich Raich.

Besonders hebt der Dorfchef die konzertierten Grabungsarbeiten im weit gestreuten Ort hervor. Wasserleitungen waren teils arg verrostet. Und auch der Ortsteil Gischlewies soll kommendes Jahr einen Kanalanschluss erhalten. Insgesamt gehe es aber neben Wasser und Kanal auch um Gas, LWL und teils um Strom. Raich betont, dass er in Gesprächen eine Bündelung der Arbeiten erreicht habe. Damit seien auch die Kosten minimiert. Dazu wird der Serverraum für das Internet ins Gemeindehaus verlegt und zum Kirchplatz wurde eine geeignete Stromleitung für eine Schnellladestation gezogen.

Jerzens hat gerade eine viertägige Prüfung durch die Gemeindeaufsicht der BH Imst hinter sich. In der Septembersitzung wurden die Anregungen der Behörde im Gemeinderat besprochen. Eine radikale Erhöhung der Benützungsgebühren oder die Einhebung vorgezogener Erschließungskosten sieht Raich kritisch. „Was wir gesetzlich tun müssen, werden wir aber umsetzen.“ Und auf nicht dringend notwendige Projekte werde verzichtet.

Seitens der Gemeindeabteilung sieht man die Finanzlage dennoch weiterhin kritisch: „Für uns bleiben weiter Liquidität und Verschuldungsgrad entscheidend“, heißt es aus der Gemeindeaufsicht. Und da weise Jerzens Kontokorrentkredite von 500.000 Euro und eine Verschuldung von 100 Prozent auf. (pascal)

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