Plastikpfand in Supermärkten scheint fix, auch Diskonter machen mit

Einem Bericht zufolge soll in Supermärkten ein Pfandsystem auch für PET-Flaschen und Dosen eingeführt werden. Aus dem Klimaschutzministerium heißt es, man arbeite intensiv an dem Gesetz.

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PET-Flaschen und Dosen sollen in Zukunft mit 20 bis 30 Cent Pfand belegt werden.
© HELMUT FOHRINGER

Wien – Jahrelang ist darum gerungen worden, nun scheint es eine Einigung zu geben: In allen österreichischen Supermärkten werde nun fix ein Pfandsystem auch für PET-Flaschen und Dosen eingeführt, so das Gratis-Blatt Heute (Mittwoch-Ausgabe). Mit an Bord seien auch die Diskonter und die Wirtschaftskammer, hieß es. Die Details dazu sollen am Freitag präsentiert werden. Im Klimaschutzministerium wurde die Einigung auf APA-Nachfrage weder dementiert noch bestätigt.

„Wir arbeiten intensiv an der Finalisierung der Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes“, sagte Florian Berger, Sprecher der für Klima- und Umweltschutz zuständigen Ministerin Leonore Gewessler (Grüne). Der Pakt sieht laut Heute-Bericht Folgendes vor: Das Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) werde novelliert. Spätestens ab 2025 soll es im gesamten Lebensmittelhandel ein Recycling-System geben, auch bei den Diskontern. Bisher konnte man dort keine Glasflaschen zurückgeben, während das in den „klassischen Supermärkten“ bereits seit längerem möglich ist. Die Glasbehältnisse können dadurch wiederbefüllt werden.

📽️ Video | Plastikpfand könnte doch kommen

Kommen wird Heute zufolge auch ein Pfand auf Einweggebinde (PET-Flaschen und Dosen). In Zukunft sollen Händler leere Verpackungen zurücknehmen, auch wenn die Getränke anderswo gekauft worden seien. Auch neue Automaten soll es geben. Ab 2025 könnte eine Dose oder eine Plastikflasche um 20 bis 30 Cent mehr kosten. Das Geld würden die Konsumenten bei Rückgabe retour bekommen.

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Im AWG sollen außerdem ein verbindliches Mehrwegangebot bei Getränken in Supermärkten, ein Verbot bestimmter Einwegplastikprodukte, ein Importverbot vermischter Industrieabfälle und eine Verlagerung von Abfalltransporten auf die Schiene festgehalten werden.

Freudige Reaktionen

Auch wenn die offizielle Bestätigung zur Einigung fehlt, gibt es die ersten freudigen Reaktionen, aber auch Forderungen von Umweltschutzorganisationen. „Monatelang haben wir uns gemeinsam mit unseren Unterstützern und Unterstützerinnen fürs Pfandsystem stark gemacht. Nun kann die Natur endlich aufatmen und ein notwendiger Wandel vollzogen werden. Getränkeverpackungen bekommen einen Wert und können gleich wie Mehrwegflaschen im Supermarkt zurückgebracht werden“, so Lena Steger von Global 2000 in einer Aussendung. Gleichzeitig wurde die „richtige Umsetzung“, konkret eine „faire Gestaltung mit ganzheitlichem Ansatz“ eingemahnt.

Greenpeace forderte, dass der Handel Pfandautomaten und Mehrwegflaschen deutlich früher und nicht erst wie kolportiert 2025 in die Supermärkte bringt. „Die Mehrwegquoten müssen zudem jährlich durch einen Stufenplan gesteigert werden, damit Plastik und Alu-Müll bei Getränken langfristig deutlich reduziert werden kann“, hieß es in einer Aussendung. Der WWF mahnt einen raschen Beschluss und eine lückenlose Umsetzung des gemeinsamen Pfandsystems ein.

Auch aus der Politik gab es erstes positives Feedback. „Wenn es nun wie angekündigt zu einer Lösung auf Bundesebene für Mehrweg- und Einweg-Pfand kommt, ist das sehr zu begrüßen“, freute sich Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) in einer Aussendung. Eine schnellere Umsetzung wäre aber wünschenswert: „Je frühere, desto besser!“ Und: Es sei wichtig, eine geplante Mehrwegquote auf Grundlage der tatsächlich verkauften Stückzahl von Produkten festzulegen. (APA)


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