Karin Seiler bei „Tirol Live“: „Es fehlen die Gäste aus der Ferne“

Karin Seiler, Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus, setzt im Dezember auf Christkindlmärkte.

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Karin Seiler, Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus, ist zu Gast im Studio der aktuellen Ausgabe von „Tirol Live“.
© Schramm

Innsbruck – Karin Seiler, Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus, ist optimistisch. Nach dem Aus für den Städtetourismus wegen der weltweiten Corona-Pandemie im Jahr 2020 habe sie nun „bessere Nachrichten“. Im Vergleich zum Vorjahr gebe es im August in der Stadt Innsbruck ein Plus bei Übernachtungen von 23 Prozent, im September rechnet Seiler ohne genaue Zahlen mit einem Plus von 20 Prozent. Das Vorkrisenniveau sei jedoch noch lange nicht erreicht. Es werde noch zwei bis drei Jahre dauern, bis der Städtetourismus wieder in Höchstform sei.

📽️ Video | Innsbrucks TVB-Chefin Karin Seiler in „Tirol Live"

Der Unterschied zwischen Ferienhotellerie und Stadthotellerie sei eben groß, sagt Seiler. „In der Stadt fehlen Kongresstouristen und Urlauber aus der Ferne.“ Aber auch der Städtetourismus sei auf einem guten Weg. Allerdings waren rund 60 Prozent der Innsbruck-Urlauber vor der Pandemie Fernreisende, so Seiler. Mit diesen Gästen rechnet sie erst Mitte des kommenden Jahres. Im Winter will sich die Touristikerin auf die Nahmärkte konzentrieren. Besonders beworben werden sollen Veranstaltungen und Events wie Christkindlmärkte. Gerade die Shopping Night in Innsbruck (vergangenen Freitag, Anm.) habe wieder etwas Lebensgefühl aufkommen lassen. „Die Menschen möchten sich wieder unterhalten und unter Menschen sein.“

Während die Shopping Night nur Einheimische anlockt, seien die Christkindlmärkte durchaus buchungsrelevant. Denn der Dezember sei der drittstärkste touristische Monat für Innsbruck. Auch die Bedeutung des Innsbrucker Flughafens hebt Seiler im Studiogespräch hervor. Besonders für den Kongresstourismus sei eine Fluganbindung etwa nach Frankfurt entscheidend. „Auch Überseegäste kommen meist über Frankfurt“, so Seiler. Sie betont auch die Bedeutung der Flugverbindungen nach Großbritannien, die Niederlande und deutsche Städte. „Wenn diese Gäste alle wegfallen, dann wäre das beachtlich.“

Mit den aktuellen Corona-Regeln für die kommende Wintersaison kann Seiler „leben“. Bei den Gästen rechnet sie laut Daten mit 17 Prozent Ungeimpften, die sich testen lassen müssen, bei den Mitarbeitern, vor allem ausländischen, dürfte die Prozentzahl höher liegen. Rechnet die Touristikerin nach Corona mit weniger Betten in Innsbruck? Nein, trotz Schließung des Hotels Ramada gehe sie vorerst nicht von dramatischen Umwälzungen in der Innsbrucker Stadthotellerie aus. (TT)


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