Verordnungsentwurf: 3-G-Nachweis am Arbeitsplatz, aber mit Auflagen

AK-Präsident Zangerl fordert unter anderem eine längere Gültigkeitsdauer von PCR-Tests.

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Ob am Smartphone oder ausgedruckt: Einen 3-G-Nachweis wird man bald wohl auch am Arbeitsplatz vorlegen müssen.
© APA/Fohringer

Wien, Innsbruck – Ob im Gasthaus, dem Fitnessstudio oder im Kino: Das Zücken eines 3-G-Nachweises, um Einlass zu bekommen, ist längst zum Alltag geworden. Nur auf eine 3-G-Verordnung am Arbeitsplatz konnten sich Politik und Interessenvertreter bisher nicht einigen.

Doch offenbar befindet man sich in den Verhandlungen auf den letzten Metern, zwischen den zuständigen Ministerien laufen die letzten Detailabstimmungen. Die Sozialpartner waren im Vorfeld eingebunden worden. Das Gesundheitsministerium hielt sich am Donnerstag bedeckt, auch aus einer Sitzung mit den Gesundheitslandesräten drang nichts nach außen.

Laut ZiB2 soll es bereits einen strengen Verordnungsentwurf geben. Demnach soll für alle Arbeitnehmer, Inhaber und Betreiber von Geschäften, die am Arbeitsplatz mit Kollegen oder Kunden zusammentreffen könnten, ab dem 15. Oktober die 3-G-Regel gelten – also geimpft, getestet oder genesen. Bei direktem Kundenkontakt gelte – mit Ausnahmen wie der Gastronomie oder Sportstätten – außerdem Maskenpflicht, wenn das Infektionsrisiko nicht durch andere Schutzmaßnahmen minimiert werde.

Bisher gilt eine 3-G-Pflicht für das Personal nur in wenigen Bereichen, etwa in Krankenhäusern oder Kuranstalten. Wer sich nicht daran hält, den könnte der Arbeitgeber ohne Bezahlung nach Hause schicken. Auch Kündigungen wären möglich, hieß es. Deutschland verfolgt ähnlich strenge Regeln.

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Tirols Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl machte seine Position gestern deutlich: Für ihn geht 3 G, am Arbeitsplatz aber nur unter bestimmten Bedingungen. Zwar sei 3 G die gelindeste Form, um eine breit akzeptierte Klarheit am Arbeitsplatz zu schaffen. Aber dafür müssten die Corona-Tests gratis bleiben. Ebenso brauche es wohnortnahe Testmöglichkeiten und die Gültigkeit der PCR-Tests müsse zumindest auf fünf Tage verlängert werden. „Alles andere wäre eine Impfpflicht durch die Hintertür und das lehne ich ab, ebenso wie eine 2-G-Regel am Arbeitsplatz“, so Zangerl.

Zu Wort gemeldet hat sich am Donnerstag auch der Handelsverband. Dieser spricht sich zwar für zusätzliche Corona-Sicherheitsmaßnahmen aus, erwartet sich aber dafür Erleichterungen bei der Maskenpflicht für die 600.000 Handelsangestellten im Land. Außerdem dürften die in Wien verschärften Maßnahmen (kürzere Gültigkeitsdauer von Corona-Tests) im Falle einer bundesweiten 3-G-Pflicht am Arbeitsplatz nicht auch den Beschäftigten auferlegt werden, so der Handelsverband. (TT-car, APA)


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