Verkehrslösung in letzter Minute lässt die Mutterer aufatmen

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Die Ortsdurchfahrt von Mutters wird bis voraussichtlich 18.12. sowie von Februar bis Juli 2022 gesperrt. Nun verschiebt sich der Start um einige Tage, bis ein Schotterweg als lokale Umfahrung bereitsteht.
© Land Tirol

Mutters, Natters – Die Aufregung in Mutters war groß. Am Montag sollte, wie berichtet, die Generalsanierung der Ortsdurchfahrt (Landesstraße L304) starten. Diese bringt eine monatelange Totalsperre mit sich. Der Baustellenbereich reicht von der Einmündung Nockhofweg (dieser bleibt heuer befahrbar) im Osten bis zum ehemaligen Fußballplatz im Westen. Nur Öffis, Blaulichtfahrzeuge und Fußgänger dürfen passieren.

Das Problem: Es handelt sich um die einzige befahrbare Ost-West-Verbindung im Ort, eine kleinräumige Umfahrung war nicht vorgesehen. Für viele Familien hätte das massive Folgen gehabt, besonders im westlichen Ortsteil Birchfeld: Eltern, die ihre Kinder per Auto zur Schule, in den Kindergarten oder die Krippe bringen, hätten ab Montag einen gewaltigen Umweg über Götzens und Innsbruck in Kauf nehmen müssen, um dann von der anderen Seite wieder nach Mutters einzufahren.

Eine Mutter schätzte die Fahrzeit auf eine Dreiviertelstunde – obwohl die Schulgasse nur einige hundert Meter Luftlinie entfernt liegt. Die Alternative, kleine Kinder zu Fuß (über die Felder) zu begleiten, wäre für berufstätige Eltern – viele arbeiten in Innsbruck – zeitlich kaum machbar gewesen. Vor ähnlichen Problemen standen jene, die ins Nachbardorf Natters müssen – etwa weil sie im Wohn- und Pflegeheim arbeiten bzw. dort Angehörige haben oder ihre Kinder vor Ort Vereine besuchen.

Besorgte Eltern sammelten bereits Unterschriften – und wandten sich an die TT. Doch wie BM Hansjörg Peer gestern spürbar erleichtert berichtete, habe man bei einer weiteren Verkehrsverhandlung an der BH Innsbruck doch noch „eine tolle Lösung“ gefunden – wobei er sich für ein Entgegenkommen aus Natters bedanke. Man geht buchstäblich denselben Weg wie bei der letzten Generalsanierung 1992: Ein Verbindungsweg westlich von Mutters, an der Ortsgrenze zu Natters, wird „hergerichtet“ und – mit Einbahnregelung von Süden nach Norden – für die lokale Bevölkerung temporär befahrbar gemacht. (Zurück kommt man über den Heuweg, eine Straße vom Natterer See nach Neugötzens, der wie geplant als Einbahn in N-S-Richtung geführt wird). Peer stellt aber klar: Es handle sich um einen schmalen Schotterweg mit begrenzter Frequenz, er sei nur für Ortsansässige gedacht. Bis er bereitsteht, werde es mindestens drei Tage dauern – so lang verschiebt sich die Totalsperre der L304 noch. (md)


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