Hyundai Bayon: Schräges Design, reife Leistung

Im boomenden Segment der Mini-SUV fährt Hyundai ab jetzt gleich mit zwei Modellen vor. Der Bayon ist nun die erfrischende Alternative zum Kona. Technisch ist das kompakte Raumwunder auf Topniveau.

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Die keilförmige Linie mit mächtiger Front und keckem Heckabschluss macht den Bayon in seiner Klasse optisch einzigartig.
© Fellner

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Bei Hyundai wissen sie offenbar, was sie tun. Von Diesel bis Wasserstoff decken die Koreaner alle Antriebe ab. Der neue Ioniq 5 ist mit 800-Volt-Ladetechnik derzeit Seriensieger unter den Elektroautos. In Deutschland war man im August derweil Importmarke Nummer eins.

Neue Modelle, wie das 4,2-Meter-SUV Bayon, sollen die hohe Nachfrage sicherstellen. Hyundai bietet mit dem größeren Bruder des neuen i20 und dem Multitalent Kona nun gleich zwei Modelle im boomenden Mini-SUV-Segment an. Aus gutem Grund: Sagen Prognosen doch, dass künftig jeder zweite Kleinwagen in höhergelegter Form verkauft werden wird. Den Kunden ist ein Mehr an Bodenfreiheit, höheres Sitzen und bequemerer Einstieg, bessere Übersicht sowie ein großzügigeres Raumangebot den überschaubaren Aufpreis zum normalen Kleinwagen offenbar wert.

All das soeben Genannte spiegelt sich im Bayon wider. In der betont mutig gezeichneten Karosserie in Keilform-Optik steckt erst einmal ein kleines Raumwunder. Bei genügend Kopffreiheit lebt es sich auf allen Plätzen großzügig und luftig. Die Sitze dürfen für diese Klasse als erstklassig gelten, auch wenn der aufgeraute Stoffbezug irritiert. Auch der gut nutzbare Kofferraum von 411 Litern ist in diesem Segment top, zumal er sich auf ebene 1205 Liter erweitern lässt. Der Innenraum des Bayon wird jedoch durch dessen hervorragende Ergonomie und Bedienbarkeit geprägt. Von dieser Kombination aus einem gut bedienbaren 10,25-Zoll-Bildschirm für Multimedia und traditionellen Bedienelementen dürfen sich andere Hersteller etwas abschauen. Handy-Anbindung (Apple und Android) und Konnektivität sind auf dem allerletzten Stand.

Die Technik

Motor: Dreizylinder-Turbo-Benziner

Hubraum: 998 ccm

Drehmoment: 172 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 73,5 kW/100 PS

L/B/H: 4180/1775/1500 mm

Gewicht: 1230/1660 kg

Kofferraumvolumen: 411–1205 l

Tankinhalt: 40 l

Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

0–100 km/h: 11,7 Sekunden

Verbrauch: 6,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: (Trend Line DCT) 23.490 Euro

CO2-Emission: 125 g/km

Dazu glänzt die Top-Version „Trend Line“ (TT-Testwagen) mit einer Ausstattungsfülle, die an gute Mittelklassemodelle heranreicht. Angenehm bei Hyundai: Auch Optionen kosten nicht die Welt. Top bei den Koreanern: Etliche Sicherheits- und Assistenzsysteme sind bereits serienmäßig an Bord. „SmartSense“ nennen die Koreaner das allumfassende System. Weitere Qualitäten eröffnen sich nach dem Motorstart. So überrascht das Fahrwerk mit einer Ausgewogenheit und einem Abrollkomfort, der noch vor einigen Jahren in so einer Klasse – zumal bei einem hochbauenden SUV – undenkbar war. Zu diesem angenehmen Fahren passt auch das niedrige Geräuschniveau, welches wohl guter Dämmung und dem ruhig schnarrenden Dreizylinder-Motor geschuldet ist. Das Aggregat ist sonst in Verbrauch (6,1 Liter) und Leistungsentfaltung unauffällig. Die im Testwagen verbaute Automatik hinterließ jedoch einen etwas unentschlossenen Eindruck. Da lässt sich mit dem Schalter Geld sparen.

Zur Einführung lockt Hyundai mit einem Werbepreis, der 2000 Euro Nachlass bedeutet. So gelingt der Einstieg mit 84 PS für wohlfeile 17.990 Euro. Der topausgestattete Trend Line beginnt mit 100 PS bei 21.990 Euro. Für je 1500 Euro plus gibt es Automatik oder 120 PS, für 3000 Euro beides dazu. Alle haben fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung.


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