Pema 2 ausgezeichnet: Der Stoff, der Gebäude zum Glitzern bringt

Zwei Bauwerke, die zeigen, was mit dem Werkstoff Aluminium alles möglich ist: das Pema 2 in Innsbruck und die BTV in Dornbirn.

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Mit dem Sonderpreis Metallbau des Aluminium-Fenster-Instituts ausgezeichnet: das Pema 2.
© Marc Lins

Innsbruck, Dornbirn – Seit 1998 schreibt das Wiener Aluminium-Fenster-Institut in Kooperation mit der Architekturstiftung Österreich und der IG Architektur alle zwei Jahre den Aluminium-Architektur-Preis aus. Bei dem es um exzellente Baukunst genauso wie um Aluminium als Werkstoff geht. Um einer breiteren Öffentlichkeit aufzuzeigen, was mit diesem alles möglich ist. Wobei mit dem von einer Fachjury begleiteten Preis nicht nur die Planer, sondern auch die Alubauer und natürlich auch die das alles möglich machenden Bauherren ausgezeichnet werden.

Erstmals in der Geschichte des Preises hat sich die Jury diesmal für zwei gleichwertige Siegerprojekte entschieden: das von den Wiener Berger+Parkkinen Architekten geplante Paracelsus Bad und Kurhaus in Salzburg sowie das vom Innsbrucker Architekten Rainer Köberl in Dornbirn gebaute BTV Bank- und Geschäftshaus. Das Köberl als ungleiche Zwillinge konzipiert hat, die der viel befahrenen innerstädtischen Kreuzung, an der sie stehen, sozusagen die kalte Schulter zeigen. Wobei das eigentliche Bankgebäude wesentlich kleiner als das Geschäftshaus ist, um trotzdem die Nr. 1 zu sein. Dessen straßenseitige, leicht geknickte Fassade im unteren Teil praktisch geschlossen ist, um sich im obersten Geschoß zu öffnen. Allerdings sehr verschämt, weil „verschleiert“ durch vertikal gesetzte Lamellen aus silbrig glänzendem Aluminium.

Marko Buxbaumer, Geschäftsführer der Sauritschnig – Alu-Stahl-Glas GesmbH, bekam den Sonderpreis Metallbau des Aluminium-Architektur-Preises 2020 von Anton Resch (Geschäftsführer der AMFT), Thomas Sattler (Obmann des Aluminium-Fenster-Instituts) und Harald Greger (Geschäftsführer des Aluminum-Fenster-Instituts, v.l.) verliehen.
© Aluminium-Fenster-Institut/APA-Fotoservice/Hetfleisch

Der heuer erstmals vergebene – von aut-Chef Arno Ritter am vergangenen Mittwoch übergebene – Sonderpreis Metallbau ging an das vom Innsbrucker Architekturbüro LAAC geplante Pema 2. Ein wie ein riesiges Segelschiff daherkommendes Gebäude, das das „Gelenk“ für einen zukünftigen Stadtteil werden soll, so LAAC-Architekt Frank Ludin. Konzipiert als Hybrid mit ganz unterschiedlicher Nutzung. In dessen markantem Sockel die Innsbrucker Stadtbibliothek eine repräsentative Bleibe gefunden hat, genauso wie die Zweigstelle des Salzburger Mozarteums, während im elfstöckigen „Segel“ des Pema 2 gewohnt wird.

Den Sonderpreis Metallbau des Aluminium-Fenster-Instituts erhielt die Metallbaufirma Sauritschnig aus Kärnten für die aus rund 8000 in Alu gefassten Glaselementen gepuzzelte Fassade des Pema 2. Der leicht nach außen gewölbten „Haut“ der aus Fenstern mit unterschiedlich hohen Parapeten sowie blickdichten Paneelen gebildeten eigentlichen Lochfassade. Was das Gebäude zu einem verspiegelten Chamäleon macht, das sich von jeder Seite, bei jedem Wetter und jeder Tageszeit irgendwie anders gibt. (schlo)

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