Politologin Stainer-Hämmerle in „Tirol Live“: „Angst, dass da noch was kommt“

Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle sieht den Rückhalt für Sebastian Kurz in der ÖVP bröckeln. Neuwahlen hält sie für möglich.

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Aus Kärnten war Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle (r.) bei „Tirol Live“ mit Anita Heubacher zugeschaltet.
© tiroltv

Innsbruck – Vor allem durch die kritischen Wortmeldungen der schwarzen Landeshauptleute aus Vorarlberg, Oberösterreich und der Steiermark sieht Politikwissenschafterin Kathrin Stainer-Hämmerle den Rückhalt für Sebastian Kurz in der ÖVP „bröckeln“. Das Vertrauen in Kurz sei drastisch gesunken. Ohne diesen starken Rückhalt könne Kurz als Klubobmann und Parteichef aber nicht die Rolle eines Schattenkanzlers übernehmen. „Es könnte durchaus sein, dass manche in der ÖVP auf den neuen Kanzler, Alexander Schallenberg, setzen“, sagt Stainer-Hämmerle bei „Tirol Live“.

📽️ Video | Kathrin Stainer-Hämmerle in „Tirol Live"

Ob und wie lange die ÖVP noch an Kurz festhält, lasse sich schwer sagen. „Die Angst ist groß, dass da noch was kommt.“

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen mit den Hausdurchsuchungen erst begonnen. Was diese bringen, ist noch völlig offen. Neben Kurz ist unter anderem auch sein Pressesprecher Johannes Frischmann, ebenso Tiroler wie Thomas Schmid, ins Visier der Justiz geraten. Dass man in den ÖVP-Landesorganisationen so gar nichts mitbekommen habe, was da in Wien laufe, hinterfragt Stainer-Hämmerle. Schließlich seien gute Beziehungen zum „loyalen Kreis“ rund um Kurz innerhalb der Partei auch ein Wettbewerbsvorteil gewesen. Außerhalb der Partei sei die Einigkeit hinter Kurz von Vorteil gewesen.

Ob Türkis-Grün hält oder nicht, sei fraglich. Den Grünen seien ihre Projekte wie das Klimaticket oder die ökosoziale Steuerreform, die bis dato nur angekündigt worden sei, wichtig. Danach sieht Stainer-Hämmerle die Koalition in unruhigen Gewässern. „Auf jeden Fall wird Türkis-Grün nicht bis zum Ende der Legislaturperiode bis 2024 halten.“

Neuwahlen hält die Politologin also auch im nächsten Jahr für möglich. Dass die ÖVP dann wieder mit einem Spitzenkandidaten Sebastian Kurz antreten könnte, schloss der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer bereits aus. Damit blieb er bis gestern innerhalb der ÖVP noch alleine. (aheu)


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