Tiwag investiert in Stams 13 Millionen Euro für den Inn

Tier- und Pflanzenwelt können sich auf drei Kilometern wieder frei entfalten. Bis Mai 2023 soll die Renaturierung abgeschlossen sein.

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Tiwag-Projektleiter Klaus Feistmantl mit BM Markus Rinner und Tiwag-Vorstand Johann Herdina (v. l.) am Inn auf Höhe von Stams.
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Von Thomas Parth

Stams, Rietz, Silz – Am Inn zwischen der Stamser Hängebrücke und der Einmündung des Rietzer-Baches in den Inn wird bis 2023 gebaggert. Das Ziel der Tiwag ist eine Renaturierung, also die Wiederherstellung einer naturähnlichen Landschaft, durch Menschenhand. „Im Zuge des Kraftwerksbaus Sellrain-Silz hat uns das Verwaltungsgericht diese Maßnahme per Bescheid vorgeschrieben“, informiert Tiwag-Direktor Johann Herdina. Auf rund drei Kilometern Flusslauf werden insgesamt drei Uferabschnitte eingetieft. „Es entstehen so Flachwasserzonen, die neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere bieten“, bestätigt Klaus Feistmantl als zuständiger Projektleiter. Durch die technisch-mechanische Absenkung, es werden 200.000 Kubikmeter Material bewegt, können Uferbereiche vom Hochwasser überspült werden. Auch zwei Inseln und Totarme sowie Schotter- und Sandbänke werden so künstlich entstehen. „Diese Bereiche können sich dann allerdings natürlich weiterentwickeln“, zeigt Feistmantl auf.

Gebaut wird während der Niedrigwasserperioden, also von Oktober bis April, 2021/22 und 2022/23. „Das ausgebaggerte Material wird per Lkw verbracht, was schon eine Belastung für die Anrainer im Ortsteil Thannrain darstellt“, hofft indes BM Markus Rinner auf keine allzu großen Auswirkungen auf die Bevölkerung in Stams. Er stehe als Standortbürgermeister einer Renaturierung grundsätzlich positiv gegenüber. Die Neugestaltung dieser Innauen zwischen Stams und Rietz werte künftig den Naherholungsraum für Mensch und Tier deutlich auf.

Im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen für den Neubau des Kraftwerks in Kühtai nimmt die Tiwag auch gleich die Sanierung der einstigen Müllhalde von Stams in Angriff. „9500 Kubikmeter Müll aus den 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts werden fachgerecht entsorgt“, verspricht Herdina. Dazu will die Tiwag vor Ort eine Mülltrennanlage errichten, um den anfallenden Altlasten Herr zu werden.

Zwischen Inn und der Inntal-Autobahn A12 werde es eine neue Hochwasserabsicherung geben. Zumal die bestehende Ufersicherung entfernt wird, damit sich das Gewässerbett bis zu 75 Meter aufweiten kann. Eine „eigendynamische Flussentwicklung“ sei hier wieder möglich. Auswirkungen auf eine vermeintliche Hochwasserprävention habe diese Maßnahme allerdings keine.

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Klaus Feistmantl: „Die Böschung wird durch Wasserbausteine gesichert. Die Absicherung wird dann, optisch ansprechend, mit standorttypischem Bewuchs begrünt. Der Hochwasserschutz für die angrenzenden Siedlungsflächen und die A12 ist sichergestellt.“


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