Corona kostete Med-El 40 Mio. Euro Umsatz

Pandemiebedingt legten Kliniken im Vorjahr viele Implantationen auf Eis. Das bekam Med-El zu spüren.

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Weil die Corona-Pandemie auch Kliniken lähmte, mussten viele auf ein Hör-Implantat warten.
© Med-El

Innsbruck – Nicht nur Hotels und Geschäfte wurden im Corona-Jahr zumindest vorübergehend geschlossen, das Virus lähmte weltweit vor allem die Krankenhäuser. Das bekam auch der international tätige Tiroler Hörimplantate-Hersteller Med-El mit Sitz in Innsbruck zu spüren. Im Geschäftsjahr 2020 (bis Ende November 2020) knickte der Konzernumsatz um etwa 11 % von zuvor knapp 359,7 Millionen Euro auf 318,2 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen in seiner mittlerweile einsehbaren Konzernbilanz ausführt. „Konkret durften Covid-19-bedingt an zahlreichen Kliniken in nahezu allen Ländern über sechs Wochen und länger keine Implantationen durchgeführt werden und waren auch Möglichkeiten zur postoperativen Nachsorge erschwert“, begründet Med-El den Rückgang. Der Konzernumsatz habe daher nur 318,2 Mio. Euro betragen.

Trotz des Umsatzeinbruchs legte das Konzernbetriebsergebnis (EBIT) von zuvor 19,9 Mio. Euro auf 21,7 Millionen Euro zu, unter anderem wegen Kosteneinsparungen im Ausmaß von knapp 18,5 Millionen Euro, wie Med-El ausführt. Weil aber auch millionenschwere Währungskursverluste dem Ergebnis zusetzten, blieb unterm Strich ein Netto-Konzerngewinn von 6,8 Millionen Euro übrig – 7,8 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor.

Trotz aller Covid-Turbulenzen wurde bei Med-El augenscheinlich weiter auf Hochtouren produziert, um mit Ende der Lockdowns auch lieferfähig zu sein. Entsprechend habe man in Österreich auf Kurzarbeit verzichten können, schreibt der Konzern. Wie sieht aktuell die Situation bei dem Tiroler Unternehmen aus, das seinerzeit vom universitären Spin-off zu einem Marktführer bei Cochlea-Implantaten mit mehr als 2200 Mitarbeitern aufstieg? Trotz mehrmaliger Anfragen war Firmenchefin Ingeborg Hochmair nicht erreichbar. (mas)

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