Ötztaler Museen: Museumspreis fließt in Forschung

In den Ötztaler Museen wird beständig weitergearbeitet und „modernes Museumswesen“ gelebt.

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Nach dem Österreichischen Museumspreis ist vor dem nächsten Symposium in den Ötztaler Museen.
© Parth

Von Thomas Parth

Längenfeld – Seit 15 Jahren wird der Österreichische Museumspreis an eines von 780 Museen vergeben. Heuer fiel die Wahl auf die Ötztaler Museen. „Viele Museumseinrichtungen in Österreich leisten großartige Arbeit“, übt sich Edith Hessenberger in Bescheidenheit. Nach dreijähriger Arbeit unter ihrer Geschäftsführung wurde „Wien“ auf die Aktivitäten im Ötztal aufmerksam. „Zu Beginn war es wichtig, die Museumsarbeit auf stabile Beine zu stellen“, erinnert Hessenberger. Seit der Gründung einer Museums-GmbH arbeiten sie und ihr Team daran, die Grundlagenforschung, aber auch das Ausstellungswesen im Ötztal voranzutreiben. „Der Preis geht wohl in erster Linie an die Region, die es geschafft hat, Synergien zu bilden und diese unter eine professionelle Führung zu stellen“, bestätigt Hessenberger ein gerüttelt Maß an „Vorzeigecharakter“ für andere Regionen Österreichs.

Noch in dieser Woche findet ein hybrid abgehaltenes Symposium statt. Die 50 „realen“ Sitzplätze im Ötztal sind bereits von LR Johannes Tratter abwärts prominent besetzt, doch online können sich Interessierte jederzeit via Youtube-Streaming einklinken. „Grundtenor wird sein, dass wir einen sorgsamen und sensiblen Umgang mit unserem Erbe einmahnen“, weiß Hessenberger. Ein Teil des Museumspreisgeldes von 20.000 Euro fließt in das „Wastls-Haus“, dessen Umbau als Begegnungszone großteils barrierefrei konzipiert ist. „Unser Ensemble in Längenfeld ist einzigartig, da alles echt ist. Ausgehend vom Wissen um die Menschen, die hier über die Jahrhunderte gewohnt haben, können wir die Geschichte des Ötztals projizieren“, so Hessenberger, die sich nicht davor scheut, „dunkle Räume wie die NS-Zeit zu betreten, denn je länger man einen Raum nicht betritt, desto bedrohlicher wird er“.


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