Impfdurchbrüche in Österreich aktuell bei 8,81 Prozent

Aktuell kommen auf 1000 vollständig Geimpfte rund drei Personen mit einem Impfdurchbruch. Die AGES betonte erklärend zu den statistischen Zahlen, dass es mit steigendem geimpften Bevölkerungsteil auch zu mehr Impfdurchbrüchen kommt.

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© Rudy De Moor

Wien – Seit Anfang Februar sind in Österreich insgesamt 205.614 laborbestätigte Corona-Infektionen mit klinischer Symptomatik dokumentiert - berücksichtigt wurden dabei nur über Zwölfjährige, da Jüngere in Österreich nicht gegen Covid-19 geimpft werden. Davon waren 18.122 Erkrankte vollständig geimpft. Damit macht der Anteil der Impfdurchbrüche aktuell 8,81 Prozent aus, wie die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) nun publiziert hat. (Datenstand: 12. Oktober).

Somit kommen aktuell auf 1000 vollständig Geimpfte rund drei Personen mit einem Impfdurchbruch. Signifikant höher ist der Anteil der Impfdurchbrüche, wenn man nur die vergangenen vier Wochen – 13. September bis 10. Oktober – betrachtet. Von den in diesem Zeitraum erfassten 28.566 symptomatischen und laborbestätigten SARS-CoV-2-Infektionsfällen waren 8794 Personen vollimmunisiert. Das waren 30,78 Prozent.

Mehr Impfdurchbrüche bei Älteren in den letzten vier Wochen

Ein wichtiger Hinweis der AGES zu dieser Statistik, da es ja neben den symptomatischen auch asymptomatische Corona-Fälle gab: "Eine Infektion mit SARS-CoV-2 nach einer Covid-19-Impfung, ohne klinische Symptomatik, wird derzeit nicht als Impfdurchbruch klassifiziert, da die aktuell zugelassenen Covid-19-Impfstoffe zur Verhinderung der Erkrankung an der SARS-CoV-2-Infektion entwickelt wurden."

Ein Blick auf die Altersgruppen zeigt: Bei den Zwölf-bis 17-Jährigen waren von den 18.797 seit Februar Erkrankten mit Symptomen 278 vollständig geimpft (1,48 Prozent). In den vergangenen vier Wochen betrug der Anteil der Impfdurchbrüche 4,72 Prozent (172 von 3643 Erkrankten).

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Bei den 18- bis 59-Jährigen sind seit Februar 158.068 symptomatische Corona-Fälle dokumentiert. Davon waren 13.536 Erkrankte vollständig geimpft (8,56 Prozent). In den vergangenen vier Wochen betrug der Anteil der Impfdurchbrüche 29,93 Prozent (6331 von 21.156 Erkrankten).

In der Altersgruppe der Über-60-Jährigen gab es seit Februar 28.749 symptomatische Corona-Erkrankungen. Davon waren 4308 Betroffene vollständig geimpft (14,98 Prozent). In den vergangenen vier Wochen betrug in dieser Altersgruppe der Anteil der Impfdurchbrüche 60,82 Prozent (2291 von 3767 Erkrankten).

Wirksamkeit der Impfstoffe sehr gut, aber nicht 100 Prozent

Die AGES betonte erklärend zu diesen statistischen Zahlen, dass es mit steigendem geimpften Bevölkerungsteil auch zu mehr Impfdurchbrüchen kommt. "Der Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Impfdurchbrüchen und dem Anteil der geimpften Bevölkerung ist kein Hinweis auf geringe Wirksamkeit der Impfstoffe."

Die Wirksamkeit der Covid-19-Impfungen sei sehr gut, betrage aber nicht 100 Prozent. "Das bedeutet: Obwohl die Covid-19-Impfung mit hoher Wahrscheinlichkeit die Geimpften vor Covid-19 bzw. schwerer Covid-19 Erkrankung schützt, können dadurch nicht alle Infektionen bei den Geimpften verhindert werden (z. B. Personen mit Immundefizienz)."

Je mehr aktive Corona-Fälle, desto mehr Geimpfte infiziert

Wenn der Anteil der Geimpften in der Population steige, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass unter den Personen, die sich mit SARS-CoV2 infizieren bzw. daran erkranken, Geimpfte seien. "Vereinfacht gesagt: Wenn alle Personen einer Population geimpft sind, sind alle Infektionen, die auftreten, bei Personen, die vollständig geimpft sind; sprich es beträgt der Anteil der Fälle von Impfdurchbrüchen an den Fällen von Covid-19 100 Prozent." Außerdem wies die AGES darauf hin, dass, je mehr aktive Corona-Fälle es in der Bevölkerung gebe, desto höher die Wahrscheinlichkeit sei, sich als geimpfte Person zu infizieren.

Eine Information zu Erkrankten mit Impfdurchbrüchen, die im Spital behandelt werden mussten, lagen dieses Mal übrigens nicht vor. Grund dafür ist laut AGES, dass die diesbezüglichen Daten aufgrund verzögerter Übermittlung unzuverlässig niedrig gewesen wären. (APA)


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