Ignoranz der Vermieter betrübt den TVB Silberregion

Der TVB Silberregion Karwendel hält viele Gratis-Angebote bereit. Doch nur wenige Vermieter teilen dies ihren Gästen mit.

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Viele Gäste wüssten nichts von den Gratis-Angeboten, beklagt der TVB.
© TVB/Zanella-Kux

Von Angela Dähling

Jenbach – Mehr Funktionäre und TVB-Mitarbeiter als Verbandsmitglieder waren zur jüngsten Vollversammlung des TVB Silberregion ins VZ Jenbach gekommen. Eine bezeichnende Situation für vieles beim TVB. Da wäre etwa das viel gelobte Angebot des Verbandes, Gästen, die innerhalb Österreichs mit der Bahn anreisen, das Bahnticket in Form von Silberzehnern zu refundieren. Die Silberzehner (lokale Schwazer Währung) können in der Region dann wieder ausgegeben werden. „Nicht einen einzigen Silberzehner haben wir im Gegenzug zu einem Bahnticket auszahlen können“, bedauert TVB-GF Elisabeth Frontull. Offenbar kommunizieren die Vermieter die Angebote nicht an ihre Gäste weiter.

So ließe sich vielleicht auch erklären, warum das zu Spezialtarifen fahrende Hüttentaxi nur von zwei Gästen, aber 33 Einheimischen genutzt wurde. Sogar das Angebot von Gratis-Skikursen für Kinder wollen offenbar nur zehn Vermieter nutzen. „Die Quote bei der Öffnung unseres Newsletters liegt bei 44 Prozent, es müssten 100 Prozent sein, denn da stehen wirklich wichtige Infos drinnen“, nannte TVB-Obmann Andreas Jenewein bei der Vollversammlung ein weiteres Problem. Und die Vermieterakademie, bei der sich auch Rezeptionistinnen vom TVB finanziert kostenlos weiterbilden können, werde von so gut wie niemandem in der Silberregion in Anspruch genommen – im Gegensatz zu Destinationen wie Ischgl. Jenewein: „Wir sind mit unserer Weisheit am Ende, wie wir ein kostenloses Angebot weiterbringen. Arbeitet mit uns, es würde uns wahnsinnig motivieren und freuen!“

Finanziell hat der TVB die schwierige Corona-Zeit übrigens glänzend überstanden: Dank Überarbeitung des Budgets im Jahr 2020 und dem Beschluss, als Vorsichtsmaßnahme eine Betriebsmittelentnahme zu budgetieren. Vor allem aber durch die Ausgleichszahlung vom Land in Höhe von 456.000 Euro. Letztlich wurde ein Bilanzgewinn von fast 340.000 Euro erzielt, der in die Rücklage fließt. 2020 mussten ein Nächtigungsrückgang von 27,3 % und 30 % weniger Pflichtmitgliedsbeiträge verkraftet werden, im Winter 2020/21 sanken die Nächtigungszahlen sogar um 85 %. Im Sommer wurde allerdings kräftig aufgeholt.

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