Bezirk Imst

23. Geoforum in Umhausen: Rohstoffe entscheiden Klimawende

Die Herstellung von Lithium-Batterien für die E-Mobilität in China wird besonders kritisch in Bezug auf Treibhausgase gesehen.
© AFP

Univ.-Prof. Leopold Weber durchleuchtete beim 23. Geoforum in Umhausen die Nachhaltigkeit von alternativen Energiequellen.

Umhausen – „Alle reden vom E-Auto und der Strom kommt eh aus der Steckdose“, leitete der Präsident des Geoforums, Gunther Heißel, am Donnerstagmorgen auf den ersten Vortrag des Rohstoffgeologen Univ.-Prof Leopold Weber über, immerhin auch Vizepräsident des Weltbergbaukongresses. Und der durchleuchtete das wichtige Thema der Wende zu alternativen Energien aus der Sicht der globalen Rohstoffgewinnung. Sein Resümee: „Die Meinung, wonach Elektromobile keine Emissionen verursachen, ist reine Illusion.“

Er wirft dabei einen Blick auf die Herstellung der Batterien mit Kohlestrom in asiatischen Ländern. Und so bezeichnet er die 5000-Euro-Förderung für E-Autos als „verfehlt“. Dieses Geld sollte man in Batterien investieren, die „nach unseren Standards produziert“ würden.

Weber ging insbesondere auf den Rohstoffbedarf an Kupfer, Lithium, Grafit und seltenen Erden ein. Diese würden sowohl in der Elektromobilität („man fährt mit einer Edelmetalllagerstätte herum“) als auch bei Windkraft (bis zu 100 km lange Leitungen brauchen Unmengen an Kupfer) und Photovoltaik (nach den Zielen Österreichs würde man allein das Weltmarktaufkommen an Germanium benötigen) gebraucht. Die Lagerstätten an sich würden mittel- bis langfristig reichen. Allerdings verlagere sich die Rohstoffgewinnung in instabile Länder mit niedrigeren Umweltstandards.

Weber plädiert für den „Verzicht auf unnötige Energieverbraucher im eigenen Haushalt“ und den Einsatz von Geothermie. (pascal)

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