Jochberger Kempinski-Hotel schmiedet Ausbaupläne

Jochberg erlaubt Kempinski-Ausbau auf bis zu 436 Betten samt Investoren- Wohnungen, Causa wandert ans Land. Liste Fritz: „Nagelprobe“ für Platter.

  • Artikel
  • Diskussion (1)
Das 5-Sterne-Superior-Hotel Kempinski in Jochberg: BM Resch bestätigt Ausbaupläne, die Gemeinde hat dafür bereits den Boden aufbereitet.
© Kempinski

Von Max Strozzi

Jochberg – Das Luxushotel Kempinski in Jochberg schmiedet Pläne für einen Ausbau des 5-Sterne-Plus-Hauses. Vergangenen September hat die Gemeinde Jochberg das bestehende Hotelareal umgewidmet und damit die Basis für ein größeres Hotel gelegt: Statt bisher maximal 300 Betten und 155 Räumen sind dort künftig maximal 436 Betten und 223 Beherbergungsräume erlaubt. Die Sache werde jetzt dem Land zur aufsichtsbehördlichen Genehmigung vorgelegt, sagt BM Günter Resch (Freiheitliche und Parteifreie Jochberger Gemeindeliste – FPÖ).

Kempinski gab auf TT-Anfrage gestern noch keine Auskunft über die Ausbaupläne – wobei hinter dem Hotel mehrere österreichische Gesellschaften bzw Stiftungen stehen. Jochbergs BM Resch dagegen bestätigt die Ausbaupläne. Demnach sei ein Zubau in Form eines weiteren Gebäudes geplant, das „normale“ Hotelzimmer wie auch rund 20 Wohnungen umfasst, die auch als so genannte Investoren-Wohnungen ausgeführt werden können. „Dass es Investorenwohnungen werden, ist noch nicht fix, aber diese Möglichkeit besteht“, so Resch. Die Gemeinde habe per Raumordnungsvertrag abgesichert, dass in diesem Fall die Wohnungen, die an Anleger verkauft werden, dem Hotelbetrieb zur Verfügung gestellt werden müssen. Binnen zwei Jahren müsse das Projekt eingereicht werden, binnen weiterer zwei Jahre der Baustart erfolgen, binnen weiterer zwei Jahre die Fertigstellung, so Resch.

Ausbaupläne habe es bereits vor Jahren gegeben, entsprechend habe das Land Tirol damals das Konzept geprüft. „Die Sache hatten wir schon vergangenes Jahr im Gemeinderat. Kempinski hat die Pläne wegen Corona dann aber auf Eis gelegt“, schildert Resch.

Aus Sicht von LA Markus Sint (Liste Fritz) sind die Ausbaupläne gleich mehrfach brisant. Schließlich habe LH Günther Platter (ÖVP) bei der Verkündung eines neuen „Tiroler Wegs“ für den Tourismus eine Bettenobergrenze verkündet. Dabei sollten unter anderem neue Hotels mit über 300 Betten nicht mehr erlaubt werden. Dass dies rechtlich nicht machbar ist, räumte er später selbst ein, eine klare Willensbekundung blieb Platters 300-Betten-Grenze dennoch.

„Dieser massive Ausbau des Kempinski-Hotels auf bis zu 436 Betten ist die Nagelprobe für Landeshauptmann Platter: Was sind seine Ankündigungen und Ansagen wert?“, so Sint. Zündstoff bergen auch die angedachten Investoren-Wohnungen. Sint: „Wenn dieser 436-Betten-Koloss samt Investoren-Wohnungen kommt, heißt es endgültig: Herr Platter, versprochen, gebrochen.“

Das Land erklärt, die Umwidmung liege zur Genehmigung noch nicht vor – erst dann könne fachlich und rechtlich geprüft werden.

Das Kempinski-Hotel in Jochberg steckt in den roten Zahlen, wie aus den Jahresabschlüssen der vergangenen Jahre hervorgeht. Bereits vor der Corona-Pandemie schrieb der 5-Sterne-Plus-Tempel Verluste, Ende 2019 summierten sich die kumulierten Verluste (Bilanzverlust) auf 9,7 Millionen Euro.


Kommentieren


Schlagworte