Flugzeug für Hagelabwehr bleibt ein Traum

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Die fliegende Hagelabwehr versucht die Bildung von großen Hagelkörnern und dadurch entsprechende Schäden zu verhindern.
© iStock/Udra

Von Wolfgang Otter

Kufstein – Der Tiroler Hagelabwehrverein hat sich von der Idee eines eigenen Flugzeuges zur Hagelabwehr mehr oder weniger verabschiedet. „Es würde rund 1,3 Mio. Euro kosten. Für uns ist das nicht finanzierbar“, sagt Vereinsobmann Walter J, Mayr. Zuvor hatte er versucht, eine eigene gebrauchte Maschine anzukaufen. Aber auch dafür war nicht die entsprechende Förderung aufzutreiben. „Der Hagelforschungsverein Rosenheim wird uns aber weiter unterstützen“, ist Mayr dankbar und kann sich eine Beteiligung beim Ankauf einer neuen bayerischen Maschine vorstellen.

Seit 21 Jahren fliegen die Piloten über die Grenze, um durch das Verbrennen von Silverjodid direkt unterhalb der Wolken die Bildung von großen Hagelkörnern zu verhindern. Dreimal war heuer ein direkter Einsatz in Tirol nötig, aber auch die vielen Einsätze im bayerischen Grenzraum schützen.

„Den Schutz werden wir weiterhin dringend brauchen“, weiß Mayr. Die Piloten, so erklärte der Rosenheimer Chefpilot Georg Vogl bei der Jahreshauptversammlung des 34 Mitgliedergemeinden umfassenden Tiroler Hagelfliegervereins, registrieren bei der Analyse ihrer Einsatzflüge eine Veränderung der Luftfeuchtigkeit. „Die Zunahme kann zu mehr Wassermassen und mehr Hagelproduktion führen. Die Auswirkung von regional starken Wolkenbrüchen mit großen Schäden haben wir in Kufstein und Kelchsau erst vor Kurzem erlebt“, zeigt Mayr auf.

Die kleinräumigen Unwetter seien aber schwer vom Wetterradar zu erfassen. Daher werden „Wetterbeobachter“ gesucht, die aufziehende Gewitterwolken und Niederschläge über die App RO-BERTA (Infos unter www.hagelabwehr-rosenheim.de) melden. „Jeder zusätzliche Wetterbeobachter erhöht die Chancen für eine wirkungsvolle Abwehr von Hagelschäden in Millionenhöhe“, ist Mayr überzeugt.


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