Mercedes GLE 350 de: Stuttgarter Saubermann

Das Image des Diesels ist ordentlich angekratzt. Oft zu Unrecht, denn er ist der effizienteste Verbrenner überhaupt. Dass man bei Mercedes den Selbstzünder mit E-Antrieb kombiniert, macht also durchaus Sinn.

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100 Kilometer elektrische Reichweite und ein Verbrauch von 8,3 Litern machen den Mercedes GLE 350 de zum echten Sparfuchs. Wäre da nicht der Anschaffungspreis.
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Von Lukas Letzner

Gschnitz – SUV sind nach wie vor sehr gefragt, und das, obwohl der Ruf der dicken Schiffe mit ihren Sechszylinder-Dieseln nicht der beste ist. Zweifelsohne laufen die großen Grenzgänger mit kleinen Selbstzündern am wirtschaftlichsten, im Effizienz-Vergleich mit den Benzinern haben aber selbst die Großen die Nase vorne. Mercedes geht – im Vergleich zur Konkurrenz – einen Schritt weiter und kombiniert den Vierzylinder-Diesel mit einem Elektromotor. Daher haben wir uns die Kombination im zweitgrößten Schwaben-SUV genauer angesehen und den Mercedes GLE 350 de Plug-in-Hybrid zum Test geladen.

Ein Teilzeitstromer dieser Größenordnung muss natürlich in Sachen Batterie entsprechend bestückt sein, denn sonst wird die elektrische Reichweite im wahrsten Sinne des Wortes zur Lachnummer. Doch schwäbische Ingenieure sind dafür bekannt, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen. Kein Wunder also, dass man dem GLE-Hybrid eine 31,2 kWh große Batterie (vor Kurzem wurden mit einer solchen Kapazität reine Stromer betrieben) eingepflanzt hat. Bis zu 100 Kilometer weit soll der dicke Stern damit rollen. In unserem Praxistest waren es zumindest über 80 Kilometer. Im Normalfall pendelt man also problemlos elektrisch ins Büro und wieder nach Hause und hat noch genug Reichweite übrig, um den Heimweg mit einer kleinen Hausrunde zu verbinden.

Die Technik

Motor: Vierzylinder Diesel/E-Motor

Hubraum: 1950 ccm

Drehmoment: 700 Nm bei 0000 U/min

Leistung: 235 kW/320 PS

L/B/H: 4924/2157/1795 mm

Gewicht: 2655/3260 kg

Kofferraumvolumen: 490–1915 l

Tankinhalt: 65 l

Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h

0–100 km/h: 6,8 Sekunden

Verbrauch: 8,3 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: ab 80.510 Euro

CO2-Emission: 32 g/km

Denn ein Fahrzeug dieser Klasse ist ja auch ein Versprechen an entspannte und komfortable Personenbeförderung. Und das kann unser Sternen-Kreuzer wirklich ausgezeichnet. Im Innenraum empfängt uns der Schwabe mit gediegenem Komfort und dem mercedestypischen Hauch von Luxus. Die Luftfederung, über die unser Testwagen verfügte, trägt einen sänftenähnlich über die Straßen jedes Geläufs, und wer das rechte Pedal entsprechend energisch in Richtung Bodenblech bewegt, der ist auch recht flott unterwegs. Den Standardsprint schafft man unter sieben Sekunden. Dann macht sich allerdings – trotz ausgezeichneter Dämmung – der kernigere Vierzylinder-Sound bemerkbar. Dieser Klang und das doch recht hohe Gewicht von 2,6 Tonnen (das ist vor allem den Akkus geschuldet) sind dann aber auch die zwei einzigen „Haare“, die man in der Sternen-Suppe finden könnte. Der Rest ist nahezu perfekt. Das Zusammenspiel zwischen Verbrenner und E-Motor funktioniert wunderbar. Das Gespann lässt zusammen immerhin 320 Pferde antraben und bringt es auf ein gemeinsames Drehmoment von 700 Nm. Wenn die Akkus dann doch mal leer sind, dann genehmigt sich der GLE auch „nur“ 8,3 Liter auf 100 Kilometer. Wer den Mercedes regelmäßig lädt, der wird davon allerdings nicht viel merken. Apropos Laden: Das schafft man an der heimischen Wallbox in 1,5 Stunden. Wer noch keine Wallbox hat, der kann den GLE an der Steckdose in fünf Stunden laden.

Dass vor allem die Akkus zulasten des Kofferraumvolumens gehen, ist auch im Mercedes GLE nicht anders. Während man im reinen Verbrenner 630 Liter Stauraum zur Verfügung hat, sind es im Plug-in-Hybrid „nur“ noch 510 Liter. Wir finden, dass das immer noch mehr als ausreichend ist. Man sollte allerdings wissen, dass der GLE 350 de aus unserer Sicht kein Schnäppchen ist. Bei 80.510 Euro beginnt der hybride Spaß. Mit diversen Extras landet man dann aber schnell im sechsstelligen Bereich.

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