15 Jahre altes Bild auf WhatsApp: Vater droht Haft wegen Nacktfotos von Sohn

Seit Juli gelten in Deutschland strengere Gesetze gegen Kinderpornografie. Ein Fall aus Bayern führt vor Augen, was das bedeuten kann: Die Polizei ermittelt gegen einen Mann, der ein altes Bild seines damals sechsjährigen Sohnes auf WhatsApp postet. Der Sohn, inzwischen erwachsen, hatte sein Einverständnis gegeben.

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(Symbolbild)
© ROLAND SCHLAGER

Augsburg – Einem Mann aus Schwaben droht eine Strafe von mindestens einem Jahr Gefängnis, weil er bei WhatsApp als Statusfoto ein 15 Jahre altes Nacktfoto seines an seinem Penis manipulierenden kleinen Sohnes veröffentlicht hat. Das Bild habe der inzwischen erwachsene Sohn davor seinem 59 Jahre alten Vater als witzig empfundene Kindheitserinnerung geschickt und auch der Veröffentlichung durch den Vater zugestimmt, teilte das Polizeipräsidium Schwaben in Augsburg mit.

Die Polizei ermittelt nun wegen des Vorwurfs des Besitzes oder sich Verschaffens und der Verbreitung von Kinderpornografie gegen den Vater, da er das Bild öffentlich gemacht habe. Die Ermittler wiesen darauf hin, dass im Fall einer Verurteilung als Strafmaß mindestens ein und höchstens zehn Jahre Haft drohen. Auf den Vater stieß die Polizei durch eine Zeugin, die bei einem Chat das Statusbild entdeckt hatte.

Razzia in der Wohnung

Darauf sei der damals etwa sechs Jahre alte Sohn mit entblößtem Unterkörper zu sehen gewesen. Er habe auf einem Sofa sitzend mit gespreizten Beinen an seinem Penis gespielt, während ein nur mit Unterhose bekleideter erwachsener Mann seinen Arm um die Schulter des Buben gelegt habe.

Bei einer Razzia in der Wohnung des Vaters im Landkreis Augsburg und einer Sichtung seiner elektronischen Medien fanden die Polizisten keine weiteren strafrechtlich relevanten Bilder. Der Mann sei auch nie im Zusammenhang mit Kinderpornografie aufgefallen. Auch habe sich aufklären lassen, dass bei der Aufnahme kein sexueller Missbrauch oder ähnliches stattgefunden habe.

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Nachdem der Sohn in dem zufällig wieder entdeckten Foto eine witzige Kindheitserinnerung gesehen habe, habe der Vater die Veröffentlichung – nach Rückfrage – noch witziger gefunden, erklärte die Polizei. Diese warnte nun Nachahmer mit Hinweis auf das seit Juli geltende Gesetz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder, das Verschärfungen bei den Strafen für Kinderpornografie gebracht habe. (AFP)


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