hhanoi mit neuem Album: Mit dem Fünftling unterwegs nach Eldorado

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Seit zehn Jahren ist Hans Hauser als hhanoi unterwegs. Mal solo, jetzt wieder mit Band.
© M. Reisigl

Innsbruck – Der Egotrip ist also abgeschlossen. Noch Anfang diesen Jahres veröffentlichte hhanoi mit „Can’t control“ ein Solowerk, das er damals als „Egotrip mit Ablaufdatum“ bezeichnete. Kommende Woche (22. Oktober) erscheint nun die neue Platte des St. Johanner Gitarristen Hans Hauser – eine zum Zehn-Jahr-hhanoi-Jubiläum, das nicht alleine gefeiert werden will. Hauser holte sich musikalische Unterstützung von Altbekannten. Drummer Lucas Lurz Geiler etwa ist wieder an Bord, mit dem er bereits zwei Alben hinlegte. Und Edgar Allan Poe ist dabei – zwar kein Kandidat für die Mitmusikerliste, aber die lyrische Inspirationsquelle für Hauser. „no time for idle cares“ ist sein erstes Album, das vollständig aus musikalischen Interpretationen von Poes Gedichten besteht.

hhanois Fünftes könnte man also gut und gerne als Konzeptalbum bezeichnen. Stilistisch schließt es nahtlos an seine Vorgänger an. Melancholische Gitarrenmusik, Post-Grunge, mal sanft akustisch, mal satt und laut. Dass „no time for idle cares“ den Verzerrungsregler der E-Gitarre von Stefan Degasperi immer wieder mal ordentlich aufdreht (beispielsweise in „Spirits Of The Dead“), passt zu dem neu derzeit aufkeimenden Interesse an der handgemachten Gitarrenmusik. Zu breitbeinig will sie nicht daherkommen. Das gelingt größtenteils. Poppig-verspielt wird es in hhanois neuer LP aber nie.

Das würde zu den düsteren Poe-Vorlagen wohl kaum passen. Symbolistisch aufgeladen sind Balladen wie „Eldorado“, das auf der Suche nach dem legendären Goldland den Schatten als Motiv jeweils unterschiedlich durchdekliniert. Hauser bleibt jeweils ganz nah an der textlichen Vorlage – Klänge, mal sanft gesetzt, mal gespinnt zu üppig ausschweifenden Soloeskapaden, spinnen die Worte des Dichters wortlos weiter. Das ganze Spektrum an klanglichen Ansätzen durchläuft man im epischen „For Annie“, das in vier ineinanderfließenden Parts abgehandelt wird.

Wirklich hängen bleiben auch hier die sanften Passagen, die es schaffen, eine Atmosphäre aufzubauen. Wie hhanoi das Konzeptalbum live angeht, darauf darf man gespannt sein. Ende Oktober wird er es erstmals präsentieren, natürlich in seiner Tiroler Heimat. (bunt)

Album

Alternative hhanoi: no time for idle cares. hhanoise records.

Live: 29. Oktober: Alte Gerberei, St. Johann, 13. November: Treibhaus Innsbruck.


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