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Außenminister Linhart im Interview: „Wir sehen die Türkei nicht in der EU“

Außenminister Michael Linhart hält am Kurs von Kurz und Schallenberg fest – und will nicht von guten und schlechten Europäern sprechen.

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Linhart hält an der harten Asylpolitik seiner Vorgänger fest. Das Interview wurde mit der „Wiener Zeitung“ und dem „Kurier“ geführt.
© Pfarrhofer

Herr Minister, Sie sind 63, blicken auf eine lange Karriere zurück, die Sie in viele Länder geführt hat. Jetzt sind Sie auf einmal Außenminister – hat Sie die Vorstellung, bald einmal in Pension zu gehen, nicht gereizt?

Michael Linhart: Eigentlich nicht. Ich hätte auch als Botschafter weitergemacht. Ich habe den Job, Diplomat zu sein, im Außenministerium zu arbeiten, Außenpolitik zu gestalten, immer spannend gefunden. Ich komme aus einer Diplomatenfamilie und wollte von klein auf immer Diplomat werden. Wenn man immer für das Land gearbeitet hat, immer in der Außenpolitik gearbeitet hat, und dann hat man die Chance, das an oberster Stelle zu machen – warum nicht?

Ihr Job hat Sie oft hinaus geführt in die Welt, wo hat es Ihnen da am besten gefallen?

Linhart: Das werde ich so oft gefragt, und das kann man nicht sagen. Jedes Land hat so viel Schönes, von den Menschen her, vom Umfeld her, von den Themen her, das ist so unterschiedlich. Ich habe auch immer den Jungen gesagt: das Wichtigste ist, dass man die Menschen und das Land gerne hat, dann ist man auch ein guter Diplomat. Man wird nicht immer einverstanden sein mit dem, was dort passiert, wo man stationiert ist, und man muss die Interessen des eigenen Landes vertreten, aber man muss das Land und die Leute gerne haben.

Wie wird sich das auf die österreichische Politik auswirken, wenn jetzt der Kanzler und der Außenminister gelernte Diplomaten sind?


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