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Gender-Expertin Alexandra Weiss: „Frauen werden überausgebeutet“

Die Innsbrucker Gender-Expertin Alexandra Weiss spricht über Frauen in der Krise, den Trend zur Retraditionalisierung in Tirol sowie über Feminismus und seinen Sexappeal.

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Heimarbeit, Kinderbetreuung, Familienmanagement – Frauen gehen oftmals über ihre Grenzen.
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Die Corona-Pandemie hat 50 Jahre nach der Frauenbewegung schonungslos aufgezeigt, dass es mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht so weit her ist. Welche Auswirkungen hat die Krise auf Frauen?

Alexandra Weiss: Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wenig weit wir sind. Frauen werden überausgebeutet, weit über ihre körperlichen Kräfte hinaus. Interessanterweise werden aus dieser Erkenntnis keine Konsequenzen gezogen. Die Arbeitskraft Frau als unbegrenzte Ressource ist offensichtlich ein Faktor, mit dem die Politik rechnet. Auch die, sehr männliche, Zusammensetzung der Krisenstäbe machte vieles deutlich. Expertise von Psychologinnen oder Geschlechterforscherinnen war nicht gefragt. Die Krisenstäbe hätten vor 50 Jahren nicht anders ausgesehen.

In den vergangenen Jahren ist in Tirol eine Art Retraditionalisierung zu beobachten. Junge Leute heiraten wieder öfter, Frauen besinnen sich vermehrt auf traditionelle Geschlechterrollen. Woran liegt das?


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