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TT-Leitartikel zu Tiroler Urteil: Lärm bleibt Lärm – auch am Bauernhof

Dass auch in betont ländlich geprägten Dörfern ein Bauernhof vornehmlich als Betrieb zu sehen ist, zeigen Gerichtsurteile nach einer Anrainerklage. Gegenseitiges Verständnis würde ortsübliches Handeln aber wohl am besten definieren.

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Reinhard Fellner

Leitartikel

Von Reinhard Fellner

Auch der stolze Tiroler Bauernstand ist mittendrin im gesellschaftlichen Wandel. Änderungen gehen da mit traditionellem Denken einher. Waren einzelne Bauernhöfe früher oft zentrale Schnitt- und Einflusszentren in Dörfern, hat sich diese Position in Richtung landwirtschaftlicher Betrieb verändert. Auch bei Lärmquellen betrachten Anrainer von Höfen deshalb normale Betriebe heutzutage als Maßstab und klagen (früher geradezu undenkbar) gegen ungebührlichen Lärm von Gockel, Kuh, Traktor & Co. Die Wahrnehmung zu diesen Geräuschquellen hat sich verändert. Was früher in ländlichen Gemeinden noch generell als ortsüblich galt, wird heute mit Hinweis auf das Landespolizeigesetz als ungebührlicher Lärm oder im Sinne des Nachbarschaftsrechts als ortsunübliche Nutzungsbeeinträchtigung des Grundstücks gesehen.


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