„Was Fische Wollen": Preisgekrönter Film vom Leben und Sterben im Inn

„Was Fische Wollen“ hat bei internationalen Filmfestivals für Aufsehen gesorgt. Am Freitag wird der Film nun erstmals in Österreich gezeigt.

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Die Zukunft der Äsche im Tiroler Inn sieht laut Regisseur Christoph Walder alles andere als rosig aus. Von einst über 30 Fischarten gibt es heute nur noch drei in dem Gebirgsfluss.
© Christoph Walder

Innsbruck – Der Inn als Lebensader. Seine Bedeutung einst und heute für den Menschen, vor allem aber als Lebensraum für Fische. Wo sich früher in dem noch unregulierten wilden Gebirgsgewässer mehr als 30 Fischarten tummelten, kommen heute gerade einmal noch drei häufig vor: Äsche, Koppe und Bachforelle. Die Gründe für das Verschwinden der Fische sind vielfältig. Ihnen ist Christoph Walder mit seinem Dokumentarfilm „Was Fische Wollen“ auf den Grund gegangen.

„Ich habe schon als Kind am Inn gespielt und bin darin geschwommen“, erzählt Regisseur Walder von seiner Faszination für den Fluss. Auch die Idee, dem Inn ein cineastisches Denkmal zu setzen, hatte der Leiter des Bereichs Naturschutz im WWF bereits länger im Hinterkopf. Vor drei Jahren wagte er schließlich mit der Kamera den Sprung ins kalte Flusswasser und startete das Projekt. Die Fische machte er dabei zu seinen Hauptdarstellern. Immerhin sind sie es, die die Verwandlung der Lebensader Inn vom wilden Gewässer mit weiten Schotterbänken und bunter Artenvielfalt hin zum regulierten Wasserschlauch mit befestigten Ufern am deutlichsten zu spüren bekommen haben. Neben den Verbauungen und den Auswirkungen der Kraftwerke direkt am Gewässer beschäftigt sich der Film auch mit der Schwall-Sunk-Problematik. Das durch die Wasserkraftwerke verursachte Ansteigen und Absinken des Wasserstandes teilweise mehrmals am Tag um bis zu eineinhalb Meter lässt Fische auf Schotterbänken stranden und elend zu Grunde gehen.

Gefilmt hat Christoph Walder nicht nur unter, sondern auch über Wasser und in der Luft. „Zwei Drohnen habe ich dabei im Inn versenkt“, lacht er. Walder hat nicht nur Fischer, Wassersportler und Naturschützer vor die Kamera gebeten, sondern auch Vertreter von Kraftwerksbauern und -betreibern. Nach über drei Jahren war der Film fertig und wurde mittlerweile mehrfach prämiert: Bei Filmfestivals in Toronto, Genf und Berlin hat „Was Fische Wollen“ Auszeichnungen erhalten, für die Filmfestspiele in New York und Brüssel wurde der Film ebenso nominiert wie für das Nature Film Festival in Innsbruck. Dort feiert er am kommenden Freitag seine Österreich-Premiere um 16.15 Uhr im Innsbrucker Metropol Kino. Nähere Infos und Karten gibt es unter www.naturefestival.eu (np)


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