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Tiroler Hausarzt verschrieb Schmerzmittel zu großzügig

Über 1000 Fentanyl-Pflaster an Patienten war Suchtgifthandel für Gericht: 18 Monate bedingte Haft und 25.200 Euro Geldstrafe für Arzt.

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Das stark süchtig machende Schmerzmittel Fentanyl hat die zwanzigfache Wirkung von Heroin und ist hundertfach stärker als Morphium.
© Böhm

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Erstmals am Landesgericht war gestern ein Tiroler Mediziner wegen Suchtgifthandels von überaus großen Mengen angeklagt – ein bis 15 Jahre Haft drohten dem Hausarzt dafür. Wer nun denkt, dass der Arzt vielleicht einen regen Handel mit Präparaten oder Drogensubstitutionsmitteln betrieben hätte, liegt aber falsch. Vielmehr verschrieb der Mediziner das bei Missbrauch todbringende Medikament Fentanyl an Schmerzpatienten – und solche, die derartige Symptome im Übermaß behaupteten. Geerbt hatte der Arzt diese „Patienten“ von einem 2018 pensionierten Hausarzt. Auch dieser war bei der Schmerzmedikamentation so großzügig gewesen, dass sich das im Drogenmilieu über einzelne Bezirke hinaus herumgesprochen hatte.


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