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TT-Leitartikel zur Causa Wolf: Wenn Bürokraten zur Wolfsjagd blasen

Die von der Landesregierung beschlossene „Gefährdungsverordnung“ ist nicht mehr als eine Beruhigungspille. Das übergeordnete Ziel, der Erhalt der traditionellen Almbewirtschaftung im Alpenraum, ist damit nicht zu erreichen.

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Mario Zenhäusern

Leitartikel

Von Mario Zenhäusern

Also doch. Die Tiroler Landesregierung beschloss gestern, der Empfehlung des „Fachkuratoriums Bär, Wolf, Luchs“ zu folgen und einen Wolf, der im Oberland für zahlreiche Schafrisse verantwortlich gemacht wird, prinzipiell zum Abschuss freizugeben. Prinzipiell, weil die Voraussetzung für die tatsächliche Entnahme des Tieres ist, dass „dieser Wolf in Tirol neuerlich als Verursacher von Angriffen auf Weidetiere genetisch nachgewiesen wird“. In diesem Fall werde „ein mit 60 Tagen befristeter Entnahmebescheid für einen definierten räumlichen Bereich erlassen“. Übersetzt heißt das: Besagter Wolf darf erst erlegt werden, wenn er erstens noch einmal zuschlägt, was zweitens genetisch nachgewiesen werden muss, und wenn drittens zweifelsfrei feststeht, dass es sich bei dem Wolf, den dann ein Jäger innerhalb der nächsten zwei Monate möglicherweise im Visier hat, auch um den „Täter“ handelt.


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