„Gemeinsam gegen den Antisemitismus“: Neues Projekt in Tirol

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Zum Auftakt der Zusammenarbeit von PHT und erinnern.at lud Horst Schreiber am Montag zum Zeitzeugengespräch mit Marion Fischer.
© Fankhauser

Innsbruck – Wie bringt man jungen Schülern etwas über Antisemitismus und den Holocaust bei, ohne ihnen zu viel zuzumuten – diese Frage beschäftigt viele Lehrpersonen. Die Antwort darauf soll ein österreichweites Pilotprojekt der Pädagogischen Hochschule Tirol (PHT) mit erinnern.at (Institut für Holocaust Education) liefern.

„Der wieder aufsteigende Antisemitismus in der Gesellschaft zeigt die Dringlichkeit dieses Projekts und ich denke, wir haben dazu das bestmögliche Team zu uns geholt“, sagt Vizerektorin Irmgard Plattner. Mit der Kooperation werden Antisemitismusprävention und Holocaust Education als neuer Forschungsschwerpunkt an der PHT verankert. Laut Institutsleiter Claus Oberhauser wolle man vor allem Berufsschulen, Poly und Volksschulen erreichen und betrete dabei Neuland.

Für Horst Schreiber und sein erinnern.at-Team geht es nun direkt an die Arbeit. Gemeinsam mit den Fachkräften der PHT und internationalen Experten wollen sie Wissen und Praxiserfahrungen sammeln. Das Team will für jede Schulstufe Unterrichtsmaterialien entwickeln, Fortbildungen für Lehrer anbieten und einen eigenen Hochschullehrgang auf die Beine stellen. Für Irmgard Bibermann und Christian Mathies von erinnern.at geht es vor allem um den richtigen Zugang und darum, den Lehrern Unsicherheiten zu nehmen. Ein Zugang sind etwa zeitgeschichtliche Rundgänge. Hier hat Selina Mittermeier bereits positive Erfahrungen gesammelt. Die Schüler reagierten interessiert und reflektiert. Die Vergangenheit wurde für sie durch Menschen und ihre Geschichten erlebbar und verständlich, „ohne dabei von Konzentrationslagern zu sprechen“, sagt sie.

Weiters ist eine interaktive Online-Karte geplant, die alle Erinnerungsorte zu den Verbrechen des Nationalsozialismus in Tirol aufarbeitet. (emf)


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