Österreichweit in 57 Autos eingebrochen: Polizei wies Kroaten Einbrüche nach

Dem Tiroler Landeskriminalamt ist ein Auto-Serieneinbrecher ins Netz gegangen. Ein 55-Jähriger soll für 57 Autoeinbrüche quer durch Österreich verantwortlich sein.

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57 Mal, davon elf Mal in Tirol, soll der Mann in Autos eingebrochen sein.
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Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Innsbruck – Zwei Monate nach der aufsehenerregenden Festnahme eines mutmaßlichen Auto-Einbrechers hat das Landeskriminalamt jetzt die Ermittlungen abgeschlossen. Und die ergaben, dass ein 55-jähriger Kroate für eine beeindruckende Serie verantwortlich sein dürfte. Gingen die Beamten zunächst von neun Einbrüchen aus, so werden dem Beschuldigten mittlerweile 57 einschlägige Delikte zur Last gelegt.

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Auslöser für die LKA-Ermittlungen gegen zunächst unbekannte Täter war im Sommer eine Häufung von Autoeinbrüchen in Tirol. Die Beamten gingen davon aus, dass mindestens ein Profi am Werk war. Und dem kamen die Ermittler bald auf die Spur. Zunächst erhielten die Kriminalisten mehrere Hinweise zu einem silberfarbenen Toyota, der immer wieder in der Nähe von Tatorten beobachtet worden war. „Durch umfangreiche Ermittlungen gelang es dann, einen 55-jährigen Kroaten als Besitzer des Wagens auszuforschen“, schildert Gert Hofmann, stv. Leiter des Landeskriminalamtes. Dass die Beamten auf der richtigen Spur waren, zeigte ein Blick in die Polizei-Datenbanken – der Verdächtige war bereits einschlägig amtsbekannt.

57 Einbrüche fanden in Österreich statt. Die meisten in der Steiermark.
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Nicht in den Datenbanken stand hingegen, wo sich der Mann aufhielt. „Der Kroate hat keinen festen Wohnsitz in Österreich und war sehr mobil“, erzählt Hofmann. So mussten sich die Ermittler vorerst in Geduld üben. Am 23. August gegen 20 Uhr war es so weit: Polizisten entdeckten den Toyota des Kroaten im Bereich des Innsbrucker Baggersees. Der Auftakt für eine spektakuläre Festnahme am Archenweg, an der etwa 20 Polizisten beteiligt waren. „Hinter dem Toyota postierten sich mit Maschinenpistolen und schusssicheren Westen ausgestattete Beamte, vor dem Pkw blockierten Polizeiautos den Fluchtweg“, schilderte damals ein Zeuge die Amtshandlung. Der Kroate wurde in die Justizanstalt überstellt. „Ein Geständnis hat der Beschuldigte aber bis heute nicht abgelegt“, sagt Hofmann.

In Kufstein soll der Verdächtige in vier Autos eingebrochen sein.
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Dennoch gelang es den Ermittlern mithilfe von Bewegungsprofilen und DNA-Abgleichen, den Kroaten als Profi zu überführen. Insgesamt wurden dem 55-Jährigen 57 Autoeinbrüche nachgewiesen – elf in Tirol, 18 in der Steiermark, zwölf in Niederösterreich, jeweils vier in Kärnten und Oberösterreich sowie drei in Vorarlberg. Die Tatorte waren vor allem die Parkplätze von Friedhöfen, Wandergebieten und Badeseen. Insgesamt soll der Verdächtige 11.000 Euro in bar, Bankomatkarten, Handys und Dokumente erbeutet haben. Allein der Sachschaden ist fünfstellig.

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