Taxispalais: Tauchgang in das weite Feld der Grafik

Grafisches in diversen Facetten im Taxispalais: Der 37. Österreichische Grafikwettbewerb ist geschlagen.

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Preis des Landes Burgenland für Zora Fuhrmanns „#Tapetenwechsel“ (Ausschnitt) von 2021.
© Günter Kresser

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Für die Jurorinnen des 37. Österreichischen Grafikwettbewerbs – heuer neben Taxisgalerie-Leiterin Nina Tabassomi Sophie Goltz und Marina Oberprantacher – ist dieser alle zwei Jahre in Innsbruck vergebene Kunstpreis einzigartig. Gibt es doch neben dem Lebensmittelpunkt der TeilnehmerInnen in Österreich bzw. Südtirol und Papier als Trägermaterial der eingesandten Arbeiten keinerlei Vorgaben.

Seit 20 Jahren wird der 1972 von Paul Flora initiierte Grafikwettbewerb von der Galerie im Taxispalais – heute Kunsthalle Tirol – durchgeführt. Heuer zum letzten Mal, um zukünftig – wie davor – ins Landesmuseum zurückzukehren. Der Grund, weshalb die heurige Ausstellung zum Wettbewerb nicht nur die Arbeiten der aktuellen PreisträgerInnen zeigt, sondern auch die drei HauptpreisträgerInnen der Wettbewerbe der letzten 20 Jahre.

343 KünstlerInnen – etwas weniger als beim letzten Mal – haben sich um die elf Preise in der Höhe von insgesamt 29.600 Euro beworben. Für Ankäufe von weiteren fünf Arbeiten standen zusätzlich 4500 Euro zur Verfügung. Der vom Land Tirol mit 5500 Euro höchstdotierte Hauptpreis geht an die in Wien lebende Burgenländerin Maria Hahnenkamp für eine Arbeit aus ihrer Werkgruppe „Abgeschmirgelte und Zusammengenähte Fotos“. Einem auf maschinell zusammengenähte weiße Papiere reduzierten Stück Grafik. Angelegt als radikales Produkt der Auslöschung tradierter weiblicher Rollenbilder.

Taxispalais Kunsthalle Tirol.

Maria-Theresien-Straße 45, Innsbruck

Bis 21. November, Di–So 11–18 Uhr, Do bis 20 Uhr.

Eröffnungsabend heute 19–22 Uhr

Mit 4000 Euro ist der Preis des Landes Südtirol dotiert, der an die in Innsbruck lebende Margarethe Drexel für ihre vielteilige persönliche Spurensuche „Brick“ geht. Komplett anders kommt die mit viel Ironie aufgeladene Arbeit der Wienerin Karo Kuchar daher (Preis der Stadt Innsbruck, 4000 Euro). Mit feinen schwarzweißen Strukturen jongliert wiederum Brigitte Thonhauser-Merk in ihrer Zeichnung, für die sie den mit 3500 Euro dotierten Preis des Eisler-Fonds bekommen hat. Weitere Preise gingen u. a. an die Tiroler KünstlerInnen Karin Ferrari, Lois Salcher und Nora Schöpfer. Sowie Zora Fuhrmann, mit 21 Jahren die jüngste der PreisträgerInnen, ausgezeichnet für die für sie programmatische Arbeit „#Tapetenwechsel“, befindet sich die Künstlerin doch gerade am Sprung an die Wiener Akademie.

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