Telfes, das beim Öffi-Ausbau vergessene Dorf

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Symbolbild.
© VVT

Telfes – Die Gemeinde Telfes trennen 15 Kilometer von der Landeshauptstadt. Keine große Sache – solange man mit dem Auto unterwegs ist. Wer Innsbruck allerdings mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen will, braucht viel Zeit und Geduld. Die Stubaitalbahn verkehrt untertags im Stundentakt – so idyllisch und romantisch die Fahrt von Telfes nach Innsbruck mit der Bahn auch ist, so wenig alltagstauglich ist sie für Pendler. Über eine Stunde dauert die Reise von Telfes bis zum Hauptbahnhof. Ein Direktbus verkehrt nur einmal täglich, und das um 7 Uhr morgens.

„Wir werden seit jeher stiefmütterlich behandelt, wenn es um den Ausbau des öffentlichen Verkehrs geht“, betont Gemeindevorstand Andreas Töchterle, Obmann des Verkehrsausschusses in der Gemeinde Telfes. Seit vielen Jahren kämpfe man um eine bessere Anbindung – in dem Wissen, dass es aufgrund der Lage natürlich nicht so einfach sei. „2011 gab es im Stubaital eine massive Verbesserung der Busverbindungen. Nur für die Gemeinde Telfes hat sich nichts geändert“, erklärt Töchterle. Mehr noch: Der Takt der Stubaitalbahn wurde auch noch ausgedünnt.

Der Klimabonus schlägt nun für Töchterle aber dem Fass den Boden aus: Die Bevölkerung von Telfes erhält weniger Ausgleichszahlung als die – bestens an das Öffinetz angebundene – Nachbargemeinde Fulpmes. Die Telfer sollen 167 Euro pro Jahr bekommen, die Fulpmer die höchste Stufe von 200 Euro. Die Höhe des Klimabonus orientiert sich bekanntlich an der Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel: Je schlechter erreichbar, desto höher der Bonus, der sich zwischen mindestens 100 und maximal 200 Euro bewegt.

„Diese Einstufung ist für uns eine Verhöhnung und bildet die Realität nicht einmal ansatzweise ab. Ein Blick in die Fahrpläne würde reichen, um das zu erkennen“, ärgert sich Töchterle. Die Gemeinde werde dazu eine offizielle Stellungnahme abgeben. Das Gesetz an sich, so betont Töchterle, sei nicht das Thema.

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Für die Klassifizierung des Klimabonus kann der Verkehrsverbund Tirol (VVT) nichts, sehr wohl aber für den Öffi-Takt in Telfes. VVT-Geschäftsführer Alexander Jug ist durchaus bewusst, dass die Anbindung „definitiv nicht optimal ist“. Der VVT sei jederzeit gesprächsbereit. „Wesentlich ist jedoch, dass ein Ausbau nur möglich ist, wenn die Gemeinden mitfinanzieren“, stellt Jug klar. Das Ziel sei, die Öffis so weit auszubauen, dass eine Reduktion des Individualverkehrs möglich ist. (dd)


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