Baustart für Kinder-Reha in Wiesing erfolgt

Trotz Protesten, der Standort sei suboptimal, wurde gestern der Spatenstich für die wichtige Reha gefeiert.

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Freude bei den Teilnehmern am Spatenstich für die Kinder-Reha in Wiesing. Gegen die Standortpläne gab es viele Proteste.
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Von Angela Dähling

Wiesing – Strahlende Gesichter gestern am westlichen Ortsende von Wiesing: Die Senecura hatte zum Spatenstich des OptimaMed Rehabilitationszentrums für Kinder und Jugendliche geladen. Bis 2023 entstehen hier 22 Plätze für mobilisierende und 15 Plätze für psychosoziale Rehabilitation. Neo-Bürgermeister Stefan Schiestl meinte in seiner Ansprache beim Dorfwirt, der Standort könne kein schlechter sein, wenn hier schon Kaiser Maximilian und Fürst Ferdinand II. ihre Freizeit verbracht hätten und viele in Wiesing Urlaub machen würden. Die Einrichtung biete Zukunftsperspektiven für die betroffenen Familien, Unternehmen und die Gemeinde und schaffe zudem Arbeitsplätze. Markus Schwarz (CCO, Senecura Gruppe) dankte Alt-BM Alois Aschberger. „Er hat uns von Anfang an begleitet.“ Zudem freue er sich, dass viele junge Menschen hier gesunden können. Daniela Karall, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, betonte: „Durch Corona ist der Bedarf an einer solchen Reha gestiegen. Diese Einrichtung rundet als letzte von sechs in Österreich den Kinder-Reha-Kreis ab.“

Mit Melanie Reiter wird eine Unterländerin die medizinische Leitung innehaben. Die Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychatrie und Psychotherapie arbeitete in der Uniklinik Innsbruck, in Hall und seit drei Jahren im niedergelassenen Bereich. Laut Reiter sei die neue Reha in Tirol zu begrüßen, weil für die Kinder während ihres fünfwöchigen Aufenthalts Besuch wichtig sei. Derzeit kämen die Tiroler Kinder nach Wildbach.

Bereits 2017 erhielt die Senecura vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger den Zuschlag für den Bau in Wiesing. Damals sollte das Ganze auf dem Grundstück des damaligen Bürgermeisters Alois Aschberger bei der staugeplagten Autobahnauffahrt realisiert werden. Aschberger hatte sich mit seinem Staner Amtskollegen, der damals Obmann der Tiroler Gebietskrankenkasse war, dafür in Wien starkgemacht. Gegen den Standort gab es heftige Proteste. Letztlich sprach sich auch LH Günther Platter dagegen aus. Der nunmehrige Standort gehörte einem Bauern. Auch dagegen gab es Proteste, aufgrund des nahen, lärmbringenden Steinbruchs. Es gebe bessere Plätze in Tirol für kranke Kinder, sagten die Kritiker. Aschberger war gestern zu keiner Stellungnahme bereit. Gerüchte, er erhalte einen Job in der Wiesinger Kinder-Reha, dementierte er aber: „Alles Blödsinn.“


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