Wolf 118MATK erneut nachgewiesen: „Jetzt ist dann die Jagd am Zug“

Das Tier wurde in St. Sigmund im Sellraintal genetisch nachgewiesen. Somit sind die Voraussetzungen für einen Abschuss erfüllt. Der entsprechende Bescheid ist in Ausarbeitung.

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Symbolfoto.
© Ralph Frank

St. Sigmund – Der Wolf mit der Bezeichnung 118MATK wurde erneut genetisch nachgewiesen. Wie das Land Tirol am Freitag in einer Aussendung berichtete, ist das Tier für mehrere Risse in St. Sigmund im Sellraintal am 3. Oktober verantwortlich. „Somit sind die Voraussetzungen für einen Abschuss erfüllt. Der entsprechende Bescheid ist in Ausarbeitung“, wurde LHStv. Josef Geisler zitiert.

Am 8. Oktober hatte das unabhängige Fachkuratorium zur Beurteilung der Gefährlichkeit von großen Beutegreifern eine entsprechende Empfehlung abgegeben. Dieser folgte die schwarz-grüne Landesregierung. Am vergangenen Dienstag wurde laut Aussendung die nach Tiroler Jagdgesetz notwendige Gefährdungsverordnung verabschiedet.

Das Verfahren zum endgültigen Abschussbescheid kann nun – nach dem Nachweis der Risse durch 118MATK in St. Sigmund – gestartet werden. Mit dem Bescheid wird der Wolf für 60 Tage in einem bestimmten Gebiet von der ganzjährigen Schonzeit ausgenommen.

118MATK wurde seit 25. Juni im Gebiet Oetz, Silz, Stams und Rietz mehrmals und zuletzt auch im Gemeindegebiet von St. Sigmund anhand von DNA eindeutig als Verursacher von Schafsrissen identifiziert. In Summe 53 tote und zwei verletzte Schafe sind diesem Tier jedenfalls zuzuordnen.

Geisler ersucht die Jägerschaft um Solidarität mit der Landwirtschaft und bat um aktive Unterstützung: „Jetzt ist dann die Jagd am Zug“, sagte er. Im Vorfeld geäußerte rechtliche Bedenken der Jägerschaft könnten jedenfalls ausgeräumt werden. „Die Jägerschaft handelt im Auftrag der Behörde“, so Geisler. Der Innsbrucker Strafrechtsexperte Andreas Scheil schließt in einer Expertise an das Land Tirol strafbare Tatbestände und strafrechtliche Konsequenzen für Jäger aus. Die im Bescheid festgelegten Kriterien etwa hinsichtlich der Gebietskulisse und des Zeitraums müssten natürlich eingehalten werden. (TT.com)

Heuer schon 13 Wölfe in Tirol nachgewiesen

In Tirol wurden im Laufe des heurigen Jahres bereits 13 verschiedene Wölfe genetisch nachgewiesen. Zuletzt wurde auch in Trins anhand von Rissen am 6. Oktober ein weiteres männliches Individuum aus der italienischen Population identifiziert.

Zwölf der 13 genetisch bestätigten Wölfe sind männlich, zwei davon wurden überfahren. Derzeit liegen dem Land Tirol Anträge auf Entschädigungen für 275 tote und 133 abgängige Tiere vor. Für mehr als 1300 Tiere, die aufgrund von Wolfspräsenz vorzeitig von den Almen geholt wurden, wurden Ansuchen auf die Beihilfe für Futterkosten gestellt. Eine endgültige Schadensbilanz liegt noch nicht vor, etliche Anträge sind noch ausständig.


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