Wirtschaftliche Mängel: Land kündigt Vertrag mit Sozialeinrichtung „Netz“

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Einrichtungen, die künftig Kinder und Jugendliche in Not betreuen, müssen schriftliche Dienstverträge mit den Mitarbeitern schließen.
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Innsbruck – Anfang 2021 hatten Tiroler Tageszeitung und Standard mehrfach auf die fachlichen und wirtschaftlichen Mängel der Einrichtung „Netz“ aufmerksam gemacht. Die zuständige Landesrätin Gabriele Fischer hat daraufhin angekündigt, die Vorwürfe gegen die Sozialeinrichtung, die im Auftrag der Tiroler Kinder- und Jugendhilfe (KiJu) suchtkranke Jugendliche betreut, zu untersuchen.

Nun liegt das Ergebnis der Prüfung des Einzelunternehmens, das vom Psychologen Gerald Thurnher geführt wird, vor: Die Vorwürfe der fachlichen Mängel konnten laut Fischer ausgeräumt werden, die der wirtschaftlichen hingegen nicht. „Die nötigen Daten, um die Vorwürfe zu entkräften, wurden trotz mehrmaliger Aufforderung und mehrerer Fristen nicht ausreichend geliefert. Dies hat zu einem erheblichen Vertrauensverlust geführt und wir haben als Land entschieden, den Vertrag mit dem Betreiber Netz zu kündigen“, so Fischer. Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die aufgrund persönlicher oder familiärer Probleme in Betreuung oder Begleitung sind, ist laut Fischer aber durch erfahrene Dienstleister, u. a. durch das SOS-Kinderdorf, „lückenlos“ sichergestellt.

Um künftig ähnliche Probleme zu verhindern, wurden auf Vorschlag von Fischer die Qualitätsstandards im Bereich Kinder- und Jugendhilfe erweitert. Der Beschluss umfasst die Notwendigkeit einer klaren Trägerstruktur (zum Beispiel einer GmbH) und die Verpflichtung, schriftliche Dienstverträge mit den Mitarbeitern zu schließen. (wa)

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