Toni Larcher bei „Tirol Live“: Wolf-Abschuss wird konkret, Jägerschaft zeigt sich bereit

„Zeitnah“ soll der Bescheid für die Entnahme von Wolf 118MATK vorliegen. Landesjägermeister Toni Larcher nahm in Tirol Live Stellung.

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Landesjägermeister Anton Larcher zu Gast im Tirol-Live-Studio. Die Jägerschaft ist in den kommenden Wochen gefordert.
© Tirol TV

Innsbruck – Der genetische Nachweis stammt vom 3. Oktober aus St. Sigmund im Sellrain. Und er beendet gewissermaßen die Schonzeit für den Wolf in Tirol. Zumindest auf dem Papier und für diesen einen Fall. Wolf 118MATK, der im heurigen Jahr in Oetz, Silz, Stams, Rietz und eben im Sellrain mindestens 53 Schafe gerissen und mehrere verletzt hat, könnte abgeschossen werden. Das verkündete das Land Tirol in einer Aussendung gestern Mittag. Denn mit den neuerlichen Nachweisen „sind die Voraussetzungen für einen Abschuss erfüllt“, wie LHStv. Josef Geisler mit Verweis auf die Expertise des Fachkuratoriums vom 8. Oktober erklärte.

Mit dem Bescheid wird ein Wolf für 60 Tage in einem bestimmten Gebiet von der ganzjährigen Schonzeit ausgenommen. Basis dafür ist die Gefährdungsverordnung, die die Tiroler Landesregierung am Dienstag beschlossen hat. Der Bescheid selbst wird in den kommenden Tagen ausgearbeitet und soll „zeitnah“ vorliegen. Dann beginnt auch der vierwöchige Fristenlauf für (zu erwartende) Einsprüche. Beim Landesjägerverband geht man davon aus, dass diese keine aufschiebende Wirkung haben werden.

📽️ Video | Anton Larcher in „Tirol Live“

„Jetzt ist die Jagd am Zug“, sagte Geisler in der Aussendung. Rechtliche Bedenken habe man ausräumen können. „Die Jägerschaft handelt im Auftrag der Behörde.“ In einem Gutachten werden strafrechtliche Konsequenzen für die Jagdausübung ausgeschlossen.

Gebiet von Silz bis Sellrain

Landesjägermeister Toni Larcher erklärte gestern in seinem ersten Interview dazu bei Tirol Live: „Der Bescheid wird nicht auf den Namen dieses Wolfes lauten, sondern auf einen Wolf definiert in einem bestimmten Gebiet mit einer bestimmten Zeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich aber dann tatsächlich um diesen Wolf handelt, ist aber relativ hoch. Weil sich im vergangenen Jahr in diesem Gebiet kein anderer Wolf aufgehalten hat.“ Definiert ist übrigens ein Gebiet von Silz bis ins Sellrain – es erfasst somit Teile der Bezirke Imst und Innsbruck-Land.

Larcher verhehlt nicht, dass die Freude der Jägerschaft über diese Entwicklung überschaubar ist. Es sei nicht das jagdliche Ziel, einen Beutegreifer zu erlegen. Aber: „Wenn unsere Mithilfe verlangt wird, dann stehen wir natürlich zur Verfügung. Schon alleine, weil die Landwirtschaft unser Partner ist.“

Abschuss melden, Tier liegen lassen

Sollte es tatsächlich zu einem Abschuss kommen, dann rät Larcher den Jägern, den Abschuss nur an den Bezirksjägermeister zu melden und das Tier dann liegen zu lassen – zum Schutz für den betroffenen Schützen. Das ganze Gespräch mit Anton Larcher in Tirol Live sehen Sie oben im Video – dabei geht es auch um Abschussquoten („Wir schießen nicht absichtlich weniger“) und Ruhezonen für das Wild. (mw)


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