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Café am Pradler Friedhof soll die Leute zusammenbringen

Eine Innsbrucker Pensionistin setzt sich für ein Kaffeehaus am Pradler Friedhof ein. Die Umsetzung dürfte allerdings nicht ganz einfach werden.

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Am Pradler Friedhof fehle ein Treffpunkt zum Zusammensitzen und Reden, befindet Dagmar Eder, vor allem für ältere, oft einsame Menschen.
© Domanig

Von Michael Domanig

Innsbruck – Ein Café auf dem Areal des Pradler Friedhofs in Innsbruck, als Treffpunkt und Ort des Austauschs speziell für ältere Menschen: Mit dieser zumindest auf den ersten Blick ungewöhnlichen Idee lässt Dagmar Eder aufhorchen: Die Innsbrucker Pensionistin besucht, wie viele andere Senioren, regelmäßig den weitläufigen Friedhof, um das Grab ihres vor acht Jahren verstorbenen Mannes zu pflegen – aber auch, um mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen.

Als ehemalige Geschäftsfrau – sie betrieb rund 40 Jahre lang das „Speckladele“ in der Altstadt – kennt sie sehr viele Leute, mit ihrer besonders offenen und kommunikativen Art geht sie aber auch aktiv auf unbekannte Menschen zu. In vielen Gesprächen habe sich der Eindruck verfestigt, dass am Friedhof ein Treffpunkt fehlt: „Viele ältere Menschen sind einsam, würden gern zusammensitzen und sich mitteilen.“ Doch abgesehen von einigen Bänken, etwa beim Urnenfriedhof im nördlichen Teil, gebe es dafür am Friedhofsareal keine Möglichkeiten. „Viele Senioren verkommen in ihren Wohnungen“, ergänzt Eder, Einsamkeit und Kommunikationsmangel seien auch gesundheitsschädlich. Umgekehrt hätten ältere Menschen „so viele Ideen, so viele unentdeckte oder verschüttete Talente“.


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