460 Schmetterlingsarten an einem Tag im Naturpark Kaunergrat entdeckt

Um Flora und Fauna im Landschaftsschutzgebiet des Naturparks Kaunergrat ist es vergleichsweise gut bestellt. Das hat der Tag der Artenvielfalt 2021 gezeigt.

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Seltene Falter wie die Coleophora valesianella konnten in Fließ nachgewiesen werden.
© Jürg Schmid

Fließ – Umweltorganisationen schlagen Alarm: Auf dem Planeten sollen Hunderttausende Tier- und Pflanzenarten im Zuge des Klimawandels vom Aussterben bedroht sein.

Um Flora und Fauna im Landschaftsschutzgebiet des Naturparks Kaunergrat ist es vergleichsweise noch gut bestellt. Das hat der Tag der Artenvielfalt 2021 gezeigt. Die erfreulichen Ergebnisse des 24-Stunden-Aktionstages gab kürzlich Naturpark-Geschäftsführer Ernst Partl bekannt.

„Die Experten des Vereins Artenvielfalt haben allein 460 Schmetterlingsarten in den Untersuchungsräumen identifiziert“, so Partl. Womit im Trockenrasenkomplex im Raum Fließ nahezu ein Drittel aller Arten, die es in Tirol gibt, nachgewiesen werden konnten.

Seit 50 Jahren verschollene Art wieder aufgetaucht

Für eine Sensation sorgte die Entdeckung der Coleophora valesianella – ein Kleinschmetterling, der in Österreich seit 50 Jahren als verschollen galt. Diese Art ist eng verwoben mit dem Esparsetten-Tragant, einer typischen Trockenrasenpflanze. Der Schmetterling lebt nämlich mit seinem Wohngehäuse nur auf dieser Pflanze. Erstmals in der Region gesichtet werden konnte der Große Heufalter (Coenonympha tullia) – in einem Wollgrasmoor auf 1600 m Seehöhe. Mit dabei war auch der große Esparsettenbläuling (Polyommatus damon), der in Tirol nur noch selten gesichtet wird.

„Der Naturpark Kaunergratpark stellt ein überregional bedeutsames Refugium an Biodiversität dar“, sagte Peter Huemer, Präsident des Vereins Artenvielfalt bei der Ergebnispräsentation. „Hier wird hervorragende Schutzgebietsarbeit geleistet.“ Huemer ist übrigens am Freitag, 29. Oktober, ab 20 Uhr im Dorfzentrum mit dem Vortrag „Flatterhafte Vielfalt in Fließ und Umgebung“ zu Gast. (hwe)


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