Hunderte Feuerwehrleute kämpfen gegen Österreichs größten Waldbrand

Den dritten Tag in Folge wütete am Mittwoch in Niederösterreich ein Waldbrand, der eine Fläche von 115 Hektar zerstört hat. Hanglage und Wind sind große Probleme für die Einsatzkräfte. Auch am Mittwoch standen wieder über 300 Feuerwehrleute im Einsatz.

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Der Waldbrand hat sich in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) ausgebreitet und einen Verletzten gefordert.
© APA/LFKDO NÖ/MATTHIAS FISCHER

Reichenau, Rax – Ein riesiger Waldbrand in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d.R Rax (Bezirk Neunkirchen) beschäftigt mittlerweile den dritten Tag in Folge Hunderte Einsatzkräfte. Mit einem Flächenausmaß von 115 Hektar handle es sich um einen der "größten Waldbrände, die es je in Österreich gab“, erklärte der Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos Niederösterreich Franz Resperger. Problematisch waren für die Einsatzkräfte die steile Hanglage und der Wind.

Es konnte zwar inzwischen verhindert werden, dass sich das Feuer weiter ausbreitet. Unter Kontrolle ist es aber nimmer noch nicht. Über Nacht fachte der Wind weitere Glutnester an. Der Feuerwehr gelang es, Wohngebiete und ein nahe gelegenes Fabriksgelände abzusichern. Aufgrund des unwegsamen, steilen Geländes war ein direkter Löschangriff aber unmöglich.

📽️ Video | Waldbrand an der Rax

Sorge wegen starke Winde

Bei dem riesigen Waldbrand bereitet den Einsatzkräften nun starker Wind große Sorge, der für morgen, Donnerstag, prognostiziert ist. Ein Überspringen der Flammen auf die Rax gelte es unbedingt zu verhindern, sagte Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando zur APA.

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Es würden nunmehr Großtanklöschfahrzeuge mit Wasserwerfern in Stellung gebracht, kündigte der Sprecher am Mittwoch in der Früh an. Der Wald soll feucht gehalten werden. 300 Feuerwehrleute seien wieder aufgeboten. Auch Hubschrauber des Bundesheeres und der Polizei werden bei den Löscharbeiten neuerlich zum Einsatz kommen.

Feuer breitete sich seit Montag rasch aus

Ausgebrochen war das Feuer schon am Montag und es breitete sich extrem rasch aus, innerhalb von zehn Stunden von fünf auf über 100 Hektar. Die teils senkrechten Felswände in dem Gebiet seien ein Riesenproblem, immer wieder breche Gestein aus, so Resperger. Dadurch wurde auch ein 51-jähriger Forstarbeiter – nicht lebensgefährlich – verletzt, die Angaben zum Verletzten wurden geändert. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Sorge bereitete den Einsatzkräften außerdem, dass das Feuer auf die vom derzeit betroffenen Gebiet vis-a-vis liegende Rax übergreifen könnte. An den neuralgischen Punkten seien daher Einheiten positioniert, um Funkenflug zu verhindern.

Der brennende Wald.
© EINSATZDOKU.AT/PATRIK LECHNER

Steilhänge machen Brandbekämpfung am Boden unmöglich

Insgesamt waren 300 Feuerwehrleute von 23 Wehren im Einsatz. Brandbekämpfungsmaßnahmen vom Boden aus waren aufgrund der Steilhänge in dem Gebiet unmöglich, erläuterte der Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber. Am Dienstagvormittag waren daher bereits zwei Hubschrauber des Bundesheeres und vier Fluggeräte des Innenministeriums im Einsatz. Am Nachmittag stellte das Bundesheer zwei weitere Hubschrauber, die direkt von der Leistungsschau am Heldenplatz kamen, zur Verfügung. Insgesamt waren somit acht Helikopter, darunter zwei Agusta Bell 212 und zwei Black Hawk, beim Einsatz an der Rax, so Bundesheersprecher Michael Bauer. Auch Mittwochfrüh starteten wieder acht Hubschrauber in den Löscheinsatz.

„Der Brand ist noch nicht unter Kontrolle und die Wetterprognose ist keine gute“, stellte Resperger fest. Für die nächsten fünf Tage gebe es keinen Regen und zusätzlich Ostwind. Die Einsatzkräfte schlugen Schneisen ins noch nicht betroffene Gebiet, um einen sogenannten Feuersprung zu vermeiden. Aufgestellt wurden auch Falttanks, aus denen die Hubschrauber Wasser entnahmen. (APA)

Feuerwehrleute im Löscheinsatz.
© EINSATZDOKU.AT/PATRIK LECHNER


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