Mehrheit im Gemeinderat: Die letzte Runde für einen neuen Bozner Platz

Eine Mehrheit des Innsbrucker Gemeinderats befürwortet das Projekt. Doch rund um die Kosten gab es erneut hitzige Diskussionen.

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Der Bozner Platz in Innsbruck wird in zwei Jahren komplett anders aussehen. Nach jahrelangen Debatten wurde gestern die Neugestaltung mehrheitlich beschlossen.
© Böhm

Von Marco Witting

Innsbruck – Die Neugestaltung des Bozner Platzes hat schon so viele Runden in der Politik gedreht, da ist das Rundendrehen für einen Parkplatz in der Innenstadt ein Klacks dagegen. Gestern wurde die letzte Runde in dem Ringelspiel eingeläutet. Sie brachte schließlich eine Mehrheit im Gemeinderat für die Neugestaltung. Grüne, Für Innsbruck, ÖVP und NEOS waren dafür. Die SPÖ war zwar immer für den neuen Platz, nach dem Hickhack um einen Formfehler bei der Beschlussfassung stimmte man aber nicht mehr zu.

GRin Irene Heisz (SP) sprach von „Chaos und Verhau“. Und es sei kein kleiner Formfehler gewesen, der zur gestrigen Sitzung geführt habe. Scharf auch die Kritik der FPÖ, die wie Liste Fritz, ALI und Gerechtes Innsbruck ebenfalls gegen die Neugestaltung war. Auch FP-Vizebürgermeister Markus Lassenberger sprach von „Chaos“, GR Gerald Depaoli (GI) von „Pleiten, Pech und Pannen“.

Verkehrsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) übernahm noch einmal die Verantwortung für den Fehler. Sie betonte noch einmal die „große Bedeutung“ des Projekts, das ein Eingangstor für viele Menschen in die Innenstadt werden soll. Gleichzeitig soll hier für die Wirtschaft die Aufenthaltsqualität des Platzes verbessert werden. 30 Bäume sollen für Kühlung im Sommer sorgen. Dazu gibt es eine Begegnungszone und eine De-facto-Barrierefreiheit.

Turbulenzen um Kostenrahmen

Einige Turbulenzen gab es rund um den Kostenrahmen, der gestern festgelegt wurde. Wie berichtet, einigte man sich im Vorfeld auf fünf Millionen Euro. Dass die Planungskosten und eine Reserve dort nun nicht mehr enthalten waren, sorgte stellenweise für Stirnrunzeln und weiteren Gesprächsbedarf. Letztlich gab es aber die Mehrheit. Auch für eine begleitende Kostenkontrolle, die vorher nicht eingeplant war. ÖVP-Klubobmann Christoph Appler merkte an, dass man sich hier einiges an Arbeit und Zeit hätte sparen können, wenn man dies gleich miteinbezogen hätte. StR Christine Oppitz-Plörer (FI) sprach von einer absoluten „Aufwertung“ für die Stadt. „Es ist klar, dass wir das brauchen. Wir als FI haben viel dazu beigetragen, dass die Einigung gelungen ist.“

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Zufrieden zeigte sich auch Thomas Hudovernik, mittlerweile stellvertretender Obmann im Zentrumsverein: „Es scheint so, als würde jetzt endlich dieses wichtige Projekt umgesetzt.“ Die Wirtschaft habe lange dafür gekämpft.

Baustart soll im kommenden Jahr mit den ersten Leitungsverlegungen sein. Das würde sicherstellen, dass es für den Platz eine 50-prozentige Förderung des Bundes gibt. Die Bauzeit ist dann mit zwölf bis 18 Monaten geplant.


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