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Mord in Kufstein: Nach tödlichem Stich droht 29-Jährigem Anstalt

In diesem Waldstück am Innufer beim Bezirkskrankenhaus Kufstein geschah die Bluttat.
© zoom.tirol

Kufstein – Am 14. Juni ereignete sich in einem Waldstück nahe dem Kufsteiner Bezirkskrankenhaus eine schier unbegreifliche Bluttat. Auch das Nachtatverhalten eines 29-jährigen Einheimischen versetzte selbst langgediente Polizisten in Staunen. So kam der Kufsteiner nach einem Leichenfund am Innufer abends zur Polizeiinspektion, um sich zu stellen. Mit dabei hatte der bislang völlig unbescholtene 29-Jährige auch gleich die Tatwaffe – ein Küchenmesser aus seinem Haushalt mit einer Klingenlänge von 20 Zentimetern.

Wäre das nicht schon ungewöhnlich genug, präsentierte der 29-Jährige den Beamten schon bei der Ersteinvernahme sein mutmaßliches Mordmotiv: So habe er allein getötet, um ins Gefängnis zu kommen.

Der ungewöhnliche Fall wird am Landesgericht 2022 der erste Schwurgerichtsprozess des neuen Jahres. Unter dem Vorsitz der erfahrenen Strafrichterin Helga Moser werden die Geschworenen am 12. Jänner nicht nur über eine Mordanklage entscheiden, sondern auch über den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher wegen Gefährlichkeit.

Frage nach Motiv und Zurechnungsfähigkeit

Staatsanwalt Hansjörg Mayr dazu auf Anfrage: „Laut dem psychiatrischen Gutachten leidet der Mann unter einer schweren Persönlichkeitsstörung und war schon vor der Tat in Behandlung.“ Die Psychiaterin attestierte dem 29-Jährigen zur Tat jedoch Zurechnungsfähigkeit. Würde der 29-Jährige somit verurteilt, müsste er erst in die Anstalt und nach Heilung den Haftrest in einer Justizanstalt verbüßen.

Verteidiger Alexander Swancar will indes das Motiv noch stärker herausarbeiten. So gibt der Vater des 29-Jährigen an, dass er vom Opfer einst sexuell missbraucht worden war und dies neben anderen Buben im Viertel wohl auch seinem Sohn passiert sein könnte. RA Swancar zur TT: „Der Fall sollte solchen Tätern vor Augen führen, dass sie durch Missbrauch Leben zerstören – in diesem Fall vielleicht sogar auch das eigene.“ (fell)

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