„Sonnensturm“ erreicht am Samstag die Erde: ZAMG warnt vor Störungen

Am Donnerstag hat laut den Experten der ZAMG eine Sonneneruption stattgefunden, die sich am Samstag auf der Erde auswirken dürfte. Störungen im Funknetz seien möglich – aber auch Polarlichter in mittleren Breiten.

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Sonnenstürme können sich auf das Magnetfeld der Erde auswirken.
© NASA

Wien – Wer diesen Samstag schlechten Radio- oder Handyempfang hat, sollte dies nicht unbedingt auf Sender oder Mobilfunkanbieter schieben. Denn voraussichtlich wird die Erde am Vormittag von den Ausläufern einer Sonneneruption erreicht, die Störungen im Magnetfeld unseres Planeten auslösen kann.

„Störungen im Funknetz und in der Navigation“

Laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ereignete sich am Donnerstag ein sogenannter „koronaler Massenauswurf“ auf der Sonne. Bis der Sonnensturm die Distanz zur Erde überbrückt hat, dauert es etwa zwei Tage. Dann seien allerdings laut ZAMG in einer Zeitspanne von etwa zwei Tagen „leichte Störungen etwa im Funknetz und in der Navigation“ nicht ausgeschlossen.

Genauere Auswirkungen ließen sich jedoch erst kurz vor Eintreffen des Sturms ermitteln, so die ZAMG.

Auch die Beobachtung von Polarlichtern in mittleren Breiten – also auch hierzulande – sei in dieser Zeit möglich, weil die hochenergetischen Teilchen gewisse Atome in der Erdatmosphäre zum Leuchten bringen können. Um das Phänomen sehen zu können, müsste allerdings auch das Wetter mitspielen und zumindest zeitweise den Blick auf den Himmel zulassen.

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Eruption in stärkster Klasse "X", aber geringster Stufe

Sonneneruptionen sind plötzliche Strahlungsausbrüche auf unserem Zentralgestirn, bei denen häufig große Mengen hochenergetischer Teilchen ins Weltall geschleudert werden. Trifft ein solcher Sonnensturm die Erde, kann dies gravierende Folgen für Satelliten, Kommunikations- und Energieversorgungssysteme haben.

Die aktuelle Eruption wurde in die stärkste Klasse "X" eingestuft, dort aber nur mit der geringsten Stufe "1" versehen. Der Sonnenwind habe eine Geschwindigkeit von etwa 1000 Kilometern pro Sekunde. Sonnenwinde bestehen aus kleinen elektrisch geladenen Teilchen, den Plasmateilchen, die von der Sonne ausgestoßen werden.

Nach Erklärung der NASA ist eine Eruption mit der Stärke X2 doppelt so stark wie die nun Aufgetretene – erst ab X10, also der zehnfachen Stärke, allerdings spricht die Weltraumbehörde von einer "ungewöhnlich intensiven" Eruption.

Der letzte ähnliche Sonnenausbruch war erst im Sommer diesen Jahres. Damals legte er etwa eine Stunde lang das satellitengebundene GPS-System lahm und sorgte für Störungen im Radioempfang. (TT.com)


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